Felsenwelten

Do, 19.11.2015

Der heutige Tag soll uns zu den schönsten Stellen des Damara Landes führen. Da der Tag ausgefüllt ist mit Besichtigungen, starten wir bereits um 7.15 Uhr.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Versteinerte Bäume
Versteinerte Bäume
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1. Stopp ist der Versteinerte Wald. Ein Wald im eigentlichen Sinne ist es nicht, sondern eine Ansammlung liegender versteinerter Stämme, die ca 280 Millionen Jahre alt sind.  Wissenschaftler fanden heraus, dass diese Bäume nicht im heutigen Namibia wuchsen, sondern am Ende einer der vielen Eiszeiten aus fernen Gebieten durch Gletscherschmelzungen herangeschwemmt wurden. Schlamm- und Sandlawinen begruben die Stämme luftdicht unter sich und verhinderten so einen Zerfall und die Verwesung der Bäume. Durch Erosion sind einige dieser Stämme heute sichtbar. Neben vielen kleineren sind zwei große, ca. 45 Meter lange Stämme zu bewundern. Dazwischen entdecken wir einige Vertreter der Welwitschia mirabilis - es sind keine allzu schönen Exemplare - sowie einen vertrockneten Papierrindenbaum.

Nach einem Rundgang durch den Versteinerten Wald fahren wir weiter nach Twyfelfontein. Twyfelfontein ist Afrikaans und bedeutet "Zweifelsquelle". Ein Farmer erwarb 1947 des Land und bezweifelte, dass die vorhandene Quelle noch länge plätschern würde. 1964 verkaufte er seine Farm an den Staat und dieser integrierte die Farm in das Homeland der Damara.

Twyfelfontein
Twyfelfontein - Löwengruppe
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Twyfelfontein
Twyfelfontein - Felszeichnungen und Gravuren
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In der Umgebung von Twyfelfontein wurden über 2500 Felsgravuren und einige Felsmalereien auf glatten Felsplatten gefunden. Das Tal wurde 1952 zum Nationalen Denkmal erklärt, nachdem viele Felsgravuren gestohlen worden waren. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Werke in verschiedenen Epochen mit Quarzsteinen einige Millimeter tief in den Sandstein geritzt wurden. Die Zeichnungen stellen Jagdszenen dar. Die dargestellten Tiere sind Giraffen, Zebras, Antilopen und Löwen. Daneben gibt es auch abstrakte Zeichnungen. Berühmt sind zwei Zeichnungen, der tanzende Kudu und die Löwenplatte mit einem großen Löwen , der besonders durch seinen rechteckig abgeknickten Schwanz ins Auge fällt.  Über das Alter der Felszeichnungen ist man sich nicht einig. Schätzungen bewegen sich zwischen 2000 und 10000 Jahren. Die UNESCO verlieh Twyfelfontein 2007 den Weltkulturerbe Status.

Wir kommen gegen 10.00 Uhr in Twyfelfontein an. Die Sonne brennt schon unbarmherzig, eine Kopfbedeckung ist unbedingt erforderlich, ebenso festes Schuhwerk, denn die Krakselei in den Felsen ist sehr anstrengend. Ein Rundwanderweg führt uns zu den acht schönsten Steinplatten. Die Felsen dürfen übrigens nur in Begleitung von Damara-Führern erklommen werden und man muss sich streng an die vorgegebene Route halten. Unser Reiseleiter hat die Berechtigung zur Führung und gibt sich Mühe, die einzelnen Zeichnungen zu erklären. Leider hält sich ein Teilnehmer nicht an die Regeln und kraxelt weit oben in den Felsen herum. Es passiert Gott sei Dank nichts, aber ärgerlich ist es allemal.

Orgelpfeifen - Organ Pipes
Orgelpfeifen - Organ Pipes
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Nur 10 km von Twyfelfontein entfernt gelangen wir zu den Orgelpfeifen (Organ Pipes). Wir steigen einige Meter in eine Schlucht hinab und sehen Hunderte von bis zu 5 m hohen Basaltsäulen nebeneinander stehen. Sie entstanden vor 120 Millionen Jahren. Lava drang unter hohem Druck in das Schiefergestein und wurde später durch fortwährende Erosion weiter freigelegt.

Ganz in der Nähe der Organ Pipes befindet sich der Verbrannte Berg (Burnt Mountain). Weshalb wir da extra hinfahren, verstehe ich nicht so recht, denn der verbrannte Berg ist nichts weiter als eine Geröllhalde aus geschwärztem Kalkstein und schwarzen Granit bzw. Dolerit. Angeblich hinterlässt der Berg - es ist eher ein riesiger Hügel - den Eindruck, als sei gerade ein verheerendes Feuer über ihn hinweggeprasselt.

Living Museum
Lebendes Museum - Living Museum
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Bei Studiosus werden immer wieder Extratouren angeboten, die natürlich auch extra bezahlt werden müssen. Eine dieser Extratouren ist der Besuch des Lebenden Museums (Living Museum). Das Lebende Museum der Damara in der Nähe von Twyfelfontein ist das erste traditionelle Damara - Projekt in Namibia und das Einzige seiner Art. Nirgendwo anders hat man die Möglichkeit in dieser Form etwas über die traditionelle Kultur der Damara zu erfahren. Der Reiseleiter ist nicht gerade begeistert, - warum auch immer - als eine Reiseteilnehmerin den Wunsch äußert, dieses Museum zu besuchen. Dennoch lässt er den Bus am Museum anhalten und nach Bezahlung von umgerechnet 10€/Person dürfen wir eintreten. Im Museum zeigen die Damara, wie sie in alten Zeiten, lange vor dem europäischen Einfluss, gelebt haben. Sie legen besonders großen Wert auf Authentizität, wenn sie Bogenjagd, Fährten lesen, Fallen stellen, Feuer machen, Spiele, Gesang und Tanz und die Herstellung von Schmuckgegenständen zeigen. Ein einigermaßen gut englisch sprechender Führer aus den eigenen Reihen begleitet uns durch alle Aktivitäten. Fotografieren darf man alles und jeden. Die Führung dauert eine gute Stunde und macht sichtlich Spaß!

Die Community der Damara hat das Lebende Museum aufgebaut. Mit den Eintrittsgeldern verhilft man ihnen zu einem geregelten Einkommen in dieser kargen Gegend.

Gegen 17.00 Uhr sind wir wieder zurück in der Damara Mopane Lodge.