Nach Khorixas ins Damaraland

Mi, 18.11.2015

Unsere Reise geht weiter. Auf dem Weg nach Khorixas folgen wir zunächst der Küste bis Henties Bay. Der Ort liegt an der Hauptstraße C34 etwa 70 Kilometer nördlich von Swakopmund.

Von einer reparierten Klimaanlage merken wir im Bus nichts. Lediglich ein lautets Gebläse pustet unaufhörlich warme Luft ins Fahrzeuginnere. Auf Nachfrage muss der Reiseleiter dann eingestehen, dass zwar die Ersatzteile für die Klimaanlage eingebaut sind, es jetzt aber ein Elektronikproblem gibt, was bis zum Ende der Reise nicht behoben werden kann. Eine Klimaanlage sei ja sowieso eher gesundheitsschädigend, meint er und hakt damit das Thema ab. Und wir schwitzen weiter. Nach einer halben Stunde reißt dann auch noch ein Keilriemen, so dass er sich wieder als Mechaniker bewähren muss. Gott sei Dank hat der Bus im Laderaum genügend Ersatz. Wir fragen uns schon, welches Schrottunternehmen Studiosus hier angemietet hat. Ist es jetzt nur ein Einzelfall oder müssen wir unsere Meinung über den Reiseveranstalter korrigieren??

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Blick auf das Brandbergmassiv
Blick auf das Brandbergmassiv
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Ab Henties Bay Richtung Khorixas sieht die Landschaft eintönig aus, kaum Vegetation, nur Geröll und vereinzelte vertrocknete Büsche. Am Horizont erheben sich die Brandberge, der Königstein mit 2573 m ist der höchste Berg, zugleich auch der höchste in Namibia.

In dem kleinen Nest Uis legen wir eine Mittagspause ein. Uis wurde für die Arbeiter der nahe gelegenen Zinn- und Wolframmine erbaut, denn hier war die größte Zinnmine der Welt. Durch fallende Weltmarktpreise wurde sie aber schon vor Jahren unrentabel und folglich stillgelegt.

Bereits um 13.30 Uhr kommen wir in der Damara Mopane Lodge an, unserer Unterkunft für die nächsten 2 Nächte. Die Damara Mopane Lodge liegt in der Nähe von Khorixas. Khorixas war zu Zeiten der südafrikanischen Verwaltung bis 1989 Verwaltungssitz des Damara Landes.

Die Damara sind wahrscheinlich aus Schwarzafrika eingewandert. Sie leben vorwiegend in den Bergen im Nordwesten von Namibia zwischen dem Kaokoveld im Norden (hier leben die Himba) und der Provinz Erongo im Süden. Ihre Sprache ähnelt jener der Nama; sie verwenden ebenfalls Klicklaute. Die Damara waren immer ein sesshaftes Volk. Sie kennen keine Häuptlinge oder Könige. Die größte soziale Bindung ist die Familie. Beim Hüten des Viehs sind sie viel zu Fuß unterwegs und sammeln schöne Steine und Kristalle, die an Verkaufsständen dargeboten werden.

Mopane Bäume im Garten
Mopane Bäume im Garten
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Blätter des Mopanebaums
Die Blätter des Mopane Baumes sehen aus wie Fussabdrücke der Antilope
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Noch eine Anmerkung zu Mopane: Der Mopane ist ein Baum, der eine Höhe von 5 - 12 m erreichen kann. Er wächst im südlichen Afrika in einer Höhe von 200 - 1500 m. Kennzeichnend ist ein rauer, grauer Stamm und zwillingspaarige Blätter, die wie Fußabdrücke der Antilope aussehen. Bei Hitze falten sie sich zusammen. Die Mopane Blätter dienen Elefanten, Giraffen und Spitzmaulnashörnern als nahrhaftes Futter.

Unser kleines Chalet in der Mopane Lodge
Unser kleines Chalet in der Damara Mopane Lodge
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Dinner in der Mopane Lodge
Dinner in der Damara Mopane Lodge
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Die Damara Mopane Lodge gehört wieder zur Gondwana Collection. Sie ist unter Mopane Bäumen errichtet. Das Hauptgebäude und die Doppelzimmer-Chalets sind durch ein Wegesystem miteinander verbunden. Die Chalets sind von einer kleinen Mauer mit Eingangstörchen umgeben. Vor jedem Chalet gibt es einen kleinen Gemüse- und Kräutergarten; in unserem Garten wuchs Petersilie und Schnittlauch. Die Inneneinrichtung unseres Chalets war schon in die Jahre gekommen und ließ jede Individualität vermissen. Der Fußboden aus angestrichenem Beton war stark abgenutzt, das Wasser im Bad lief spärlich, die Klimaanlage ließ sich nicht regulieren. Im Garten der Lodge gab es einen Swimmingpool, jegliche Vegetation fehlte. Das WLAN in der Lobby funktionierte überhaupt nicht. Alles irgendwie enttäuschend nach den bisherigen schönen Lodges.

Webervogelnest in der Mopane Lodge
Webervogelnest in der Damara Mopane Lodge
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Als Mittagessen bietet man einen griechischen Salat bzw. einen Schinken-Toast an. Ansonsten ist der Nachmittag zum Erholen da. Vor unserem kleinen Chalet beobachten wir in den Mopane Bäumen laute und gesellige Webervögel. Gegen 18.30 Uhr begeben wir uns auf eine kleine Anhöhe zum Sundowner, anschließend wird ein schmackhaftes Abendessen auf der großen überdachten Terrasse serviert.