Anreise (Flug) nach Namibia - Der erste Tag in Windhoek

Allgemeines: Anreise (Flug, Sa, 07.11.2015) - Ankunft So, 08.11.2015 - Erster Tag

Unsere Reise wird angeboten als "Die große Namibiareise ausführlich, 20 Tage".

Der Reiseveranstalter Studiosus bietet zwei Flüge nach Namibia an: einen Flug von Frankfurt mit Air Namibia nach Windhoek (Nachtflug, 9 Stunden) sowie einen Flug von München über Johannesburg nach Windhoek mit South African Airways (ebenfalls ein Nachtflug, Flugdauer 10 Stunden sowie 2 Stunden von Johannesburg nach Windhoek). Wir entscheiden uns für den Flug mit South African Airways über Johannesburg (Südafrika) nach Windhoek (Namibia). So ersparen wir uns auf dem Hinweg die Anreise über Frankfurt und landen bei der Heimreise direkt in München. Das ist unsere bevorzugte Variante.

Der Flug SA 265 (Airbus A340-600) ist für 20.30 Uhr terminiert. Unsere reservierten Plätze (Economy) sind die Plätze 53H und 53K, Fenster-und Gangplatz.

Den Anreisetag verbringen wir zu Hause, packen die letzten Sachen in den Koffer und kontrollieren nochmals alle benötigten Papiere. Wichtig ist natürlich der Reisepass, der noch mindestens sechs Monate über das Reiseende hinaus gültig und über mindestens zwei freie Seiten verfügen muss. Für Namibia besteht keine Visumspflicht. Der Einreisestempel "Visitors Entry Permit" wird bei der Einreise erteilt bis zu einem Zeitraum von bis zu 90 Tagen. Dies muss jedoch nicht zwingend der Fall sein. In der Regel wird die Gültigkeitsdauer auf den Zeitraum des tatsächlich beabsichtigten Aufenthalts begrenzt, der sich aus dem Rückflugdatum ergibt. 

Gegen 17.00 Uhr holen uns unsere Tochter und unser Schwiegersohn ab und bringen uns zum Franz-Josef-Strauß-Flughafen München. Samstags herrscht kein allzu großer Verkehr, so dass wir kurz vor 18.00 Uhr am Flughafen eintreffen; Zeit zum Einchecken und zur Sicherheitskontrolle bleibt genug. Alles Weitere verläuft wie gewohnt und die Maschine startet pünktlich um 20.30 Uhr. Nach Erreichen der Flughöhe werden Drinks und ein Abendessen serviert, anschließend ist Nachtruhe angesagt. Zwei Stunden vor der Landung in Johannesburg gibt es dann noch ein kleines Frühstück.

Wir landen pünktlich um 8.15 Uhr in Johannesburg. In Deutschland ist es erst 7.15 Uhr. Wir haben einen Zeitunterschied von einer Stunde. Da wir Transitreisende sind, müssen wir nochmals durch die Passkontrolle und den Sicherheitscheck über uns ergehen lassen. Das dauert! Gerade noch rechtzeitig erreichen wir den Weiterflug (ebenfalls mit South African Airways) nach Windhoek, der für 9.50 Uhr angesetzt ist. Auch auf diesem Flug gibt es eine kleine Mahlzeit. Endlich haben wir dann um 11.45 Uhr Ortszeit Windhoek erreicht! Der Flughafen ist wirklich sehr sehr klein. Für einen Hauptstadtflughafen hätten wir ihn uns größer vorgestellt.

Das Einreiseprocedere geht erstaunlich schnell und die Koffer sind auch da. In der Ankunftshalle empfängt uns ein Studiosus-Mitarbeiter. Ein weiteres Ehepaar aus Wien hat ebenfalls die Route über Johannesburg gewählt. Es werden noch Euro in Namibia Dollar getauscht und die Fahrt in einem Kleinbus zum Hotel Safari Court in Windhoek kann beginnen (40 km).

Um 14.00 erreichen wir unser Hotel und werden vom Reiseleiter begrüßt. Unsere Reisegruppe besteht aus 24 Teilnehmern, 20 Teilnehmer sind über Frankfurt angereist und bereits im Hotel. Um 15.00 Uhr soll eine zweistündige Stadtbesichtigung per Bus beginnen. Wir haben also noch etwas Zeit, uns zu erfrischen und unsere Sachen soweit nötig auszupacken. Unser Zimmer im 4-Sterne Hotel ist recht geräumig und gut ausgestattet mit zwei großen Betten, einer Sitzecke und einem Bad mit Badewanne, Dusche und WC. Wir sind rundherum zufrieden.

Namibia ist doppelt so groß wie Deutschland. Es grenzt im Osten an Botswana, im Süden liegt Südafrika, im Westen der Atlantische Ozean und im Norden Angola. Hauptstadt ist Windhoek. (Windhuk ist die deutsche Bezeichnung für Windhoek = windige Ecke). Von 1884 bis 1919 war Namibia unter dem Namen Deutsch-Südwestafrika deutsche Kolonie. An die deutsche Kolonialzeit erinnern heute noch viele Ortschafts-, Straßen-, Geschäfts- und Produktnamen. Ebenso zeigen viele Gebäude, besonders in Swakopmund, Lüderitz und Windhoek deutschen Einfluss. Heute leben in Namibia circa 20.000 Deutsche, Deutsch ist eine der Umgangssprachen Namibias. Amtssprache ist Englisch. In Namibia ist Linksverkehr.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Unser Reisebus
Unser Reisebus
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Der erste Eindruck, den wir von Windhoek schon auf der Taxifahrt vom Flughafen zum Hotel bekommen, ist nicht sehr beeindruckend. Es ist heiß, sehr staubig, wenig Verkehr, wenig Personen auf den Straßen. Auffallend sind die meist gemauerten Zäune mit zusätzlichem Stacheldraht um die Privathäuser. Das ist nicht einladend und lässt eine hohe Kriminalitätsrate vermuten. Blumenschmuck ist selten. Aber das wird wohl mit der extremen Trockenheit zusammenhängen. Seit Monaten hat es in Namibia keine nennenswerten Regenfälle gegeben. Das Land leidet - wie wir dann auch auf der ersten Besichtigungstour durch Windhoek hören - extrem am Wassermangel. Die Dämme in Namibia sind fast leer, Wasser ist in dem trockenen Land zum raren Gut geworden und Wassersparen zum Gebot der Stunde. Seit vielen Jahren wird versucht, mit den verschiedensten Wasserspartechnologien den Verbrauch auf einem vertretbaren Niveau zu halten.

Christuskirche in Windhoek
Christuskirche in Windhoek
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Erster Halt auf der zweistündigen Stadtrundfahrt ist das Nationaldenkmal und beliebteste Fotomotiv der Stadt, die Christuskirche. Die Robert Mugabe Avenue (ausgerechnet der Name dieses Diktators aus Simbabwe!) führt geradewegs darauf zu. Die Informationen, die wir vom Reiseleiter zur Kirche sowie zum nahe gelegenen Tintenpalast und dem Unabhängigkeits-Gedenkmuseum ( Independence Memorial Museum) erhalten, sind recht dürftig! Das ändert sich auch während der ganzen Reise nicht grundlegend.

1910 wurde das der evangelisch-lutherischen Gemeinde gehörende Gotteshaus eingeweiht. Es wurde von dem deutschen Regierungsbaumeister Gottlieb Redecker entworfen. Das Portal besteht aus Carrara-Marmor, Kaiser Wilhelm stiftete die Buntglasfenster im Altarraum. Leider ist die Kirche geschlossen.

Unabhaengigkeits-Gedenkmuseum in Windhoek
Unabhaengigkeits-Gedenkmuseum in Windhoek
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Direkt neben der Kirche steht das Unabhängigkeits-Gedenkmuseum. Es ist erst seit dem 21. März 2014 der Öffentlichkeit zugänglich.  Eine Statue beim Treppenaufgang zum Museum zeigt Gründungspräsident Sam Nujoma. Das 40 m hohe, quaderförmige Gebäude soll an die Unabhängigkeit Namibias im Jahre 1990 und an die während der deutschen Kolonialzeit gefallenen Herero und Nama erinnern.

Tintenpalastin Windhoek
Tintenpalast in Windhoek
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Ebenfalls von dem bereits erwähnten deutschen Regierungsbaumeister Gottlieb Redecker wurden die von Parkanlagen umgebenen Regierungsgebäude entworfen. Der lang gestreckte Verandenbau wird als Tintenpalast bezeichnet. Diese Bezeichnung erhielt das Gebäude der Kolonialregierung, weil dort angeblich viel Tinte verschrieben wurde. Heute tagt hier die Nationalversammlung, die National Assembly. Leider reicht die Zeit nicht, einen Spaziergang durch die Parkanlagen zu machen.

Bahnhof Windhoek
Bahnhof in Windhoek
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Ein verträumtes Dasein - so als wenn die Zeit stehen geblieben wäre - führt der Bahnhof von Windhoek. Hier hielt 1902 der erste Zug an. Das heutige Empfangsgebäude wurde 1912 eingeweiht. Die Schmalspurlokomotive Poor Old Joe vor dem Gebäude stammt ebenfalls aus dieser Zeit und wurde als eine von über 100 Schmalspurlokomotiven aus Deutschland importiert. Regelmäßige kombinierte Güter- und Passagierverbindungen gibt es nach Swakopmund und weiter nach Walvis Bay, mit dem Bus kommt man angeblich schneller an! Der Desert Express, eine luxuriöse Verbindung verkehrt freitags und samstags nach Swakopmund.

Das ist auch schon die kurze Stadtbesichtigung. Mit dem Bus fahren wir an weiteren Sehenswürdigkeiten wie der Nationalgalerie, der St. George`s Cathedral, dem State House und dem Rathaus vorbei, ohne auszusteigen. Der neue Präsidentenpalast liegt auf einem Hügel im Südosten der Stadt. In drei Jahren Bauzeit wurde der Glaspalast von Nordkoreanern erbaut. Das Gelände umfasst 25 Hektar und wurde mit einem zwei Kilometer langen Stahlzaun eingefasst. Geschätzte Baukosten ca. 125 Millionen Euro. 

Gegen 17.00 Uhr sind wir wieder zurück im Hotel. Das erste gemeinsame Abendessen, ein Buffet, ist für 18.30 Uhr angesagt. Die Speiseauswahl habe ich mir nicht notiert. Der Reiseleiter verzichtet auf ein gegenseitiges Vorstellen der Reiseteilnehmer sowie auf einen Willkomensdrink. Er will das am letzten Abend der Reise nachholen, was unserer Meinung keinen Sinn ergibt (und auch nicht mehr geschieht). Wie dem auch sei, die Teilnehmer sitzen an 4 Tischen und man knüpft erste Kontakte zu den Mitreisenden. Wichtigstes Statement des Reiseleiters: Ab sofort gelten die Zeiten 6 - 7 - 8, soll heißen, 6 Uhr wecken, 7.00 Uhr Frühstück, 8.00 Uhr Abfahrt. Das ist unserer Meinung nach vollkommen in Ordnung, schließlich sind wir nicht zum Ausschlafen nach Namibia geflogen.So wird es auch am ersten Abend nicht spät, denn die letzte Nacht im Flugzeug war nicht gerade erholsam und Morgen ist frühes Aufstehen angesagt.

Unsere Reiseroute durch Namibia (mit freundlicher Genehmigung durch Studiosus)