Camara de Lobos - Monte - Funchal

So, 11. 09. 2011

Heute ist wieder ein Sightseeing-Tag mit Auto! Nach dem Frühstück geht es zunächst auf der Via Rapida nach Camara de Lobos (Ausfahrt 5).

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Camara de Lobos
Die Bucht von Camara de Lobos
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Wir finden auf Anhieb einen Parkplatz direkt am Hafen. Von hier haben wir einen sehr schönen Blick auf die halbrunde, von Felsen eingerahmte Bucht, auf bunt bemalte Fischerboote und weiße Häuser mit roten Ziegeldächern, die sich um die Bucht drängen.

Bunte Boote im Hafen von Camara de Lobos
Bunte Boote im Hafen von Camara de Lobos
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Camara de Lobos zählt zu den ältesten Siedlungen der Insel. Der Name geht auf die zahlreichen Mönchsrobben (port. lobos marinhos) zurück, die in großen Höhlen (port. camara=Kammer) Schutz suchten.

Auch dem ehemaligen britischen Premierminister Sir Winston Churchill scheint dieser Ort gefallen zu haben. Er liebte den Blick auf Camara de Lobos, er hat ihn sogar zum Malen inspiriert! (Aqui pintou em 1950 Winston Churchill) Eine Gedenktafel erinnert an seine Besuche und ein Restaurant nennt sich "Churchill's Place". Und es bietet ein "Churchill Menu" an! Na ja!

Das  Städtchen ist ein Fischfang-Zentrum, eine Fangstation für Madeiras berühmten Tiefseefisch, den Espada. Ein Rundgang durch das pittoreske Dorf lohnt in jedem Fall, auch die Pfarrkirche Sao Sebastiao ist einen Besuch wert. Sie schmückt sich mit Altären im barocken Stil und mit Fliesenbildern. Am Hang, oberhalb des Hauptortes, liegt Estreito de Camara de Lobos. Hier dominieren Bananenplantagen und es wird auch Wein angebaut.

Wallfahrtskirche in Monteh
Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte
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Unser nächstes Ziel ist Monte. Wir besuchen es heute nicht mit der Seilbahn, sondern mit dem Auto. Monte liegt - wie schon anfangs erwähnt - oberhalb der Inselhauptstadt Funchal auf einer Höhe von ca. 600m-800m. Wir nehmen die Ausfahrt 11 auf der Via Rapida und folgen dem Wegweiser nach Monte. Kostenlose Parkmöglichkeiten gibt es genug. Nach einer kurzen Erfrischung am Platz Largo da Fonte gehen wir zur Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte. Ein Waldweg führt vom Platz Largo da Fonte hinauf zur Kirche. Die Kirche ist das Wahrzeichen von Monte. Den Eingang verzieren zwei große Kachelbilder mit biblischen Szenen. Auf dem blumengeschmückten Altar steht die Figur der Gottesmutter. Ihre Verehrung geht auf das 16. Jahrhundert zurück. Die Jungfrau Maria soll an dieser Stelle einer Schäferin erschienen sein.

Statue Kaiser Karl I von Österreich
Statue Kaiser Karl I von Oesterreich
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In einer Nebenkapelle steht der Sarg mit den sterblichen Überresten des letzten Kaisers von Österreich, Karl I. Durch den Tod von Kaiser Franz Josef wurde er 1916 Kaiser von Österreich und König von Ungarn. Mit der Auflösung des Kaiserreiches 1918 wurde er ins Exil gezwungen, zuerst in die Schweiz, dann nach Madeira, wo er mit seiner Frau Zita am 19. November 1921 ankam. Zuerst lebte das Kaiserpaar in der Villa Victoria in Funchal, später - als er die hohen Mietkosten nicht mehr bezahlen konnte - in der Quinta do Monte eines befreundeten Adeligen, wo er am 1. April 1922 an einer Lungenentzündung starb. Seine Familie verließ daraufhin Madeira. Karl I. wurde 2004 von Papst Johannes Paul II selig gesprochen. Die von den Habsburgern mehrfach geforderte Rückführung nach Österreich verweigert die Bundesregierung bis heute.

Auf dem Vorplatz der Kirche steht eine Statue von Karl I. Der Park der Quinta Jardins do Imperador erinnert an ihn.

Blick von Monte auf Funchal
Blick von Monte auf Funchal
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Unterhalb der Kirche starten die Korbschlitten. Diese Korbschlitten werden in der Korbflechterei in Monte hergestellt. Heute ist eine Korbschlittenfahrt herab nach Funchal eine Attraktion für Touristen, mit 20€/Fahrt und Person nicht gerade billig. Vor mehr als 100 Jahren wurden auf diese Weise reiche, in Monte lebende Kaufleute nach Funchal gebracht. Die Schlittenlenker, die Carreiros, tragen noch heute weiße Kleidung und weiße Strohhüte. Zum Bremsen der 70 kg schweren Schlitten benutzen die Steuermänner Gummisohlen aus Autoreifen, welche unter ihren Stiefeln befestigt sind. Die etwa 2km lange Fahrt dauert ungefähr 10 Minuten. Mit Transportern werden sie anschließend wieder zurück nach Monte gebracht.

Unsere Besichtigungstour in Monte endet hier, den Jardim Tropical Monte Palace hatten wir schonPfeil am zweiten Tag unseres Aufenthaltes besucht. Wir fahren zurück nach Funchal, wo ein ausgedehnter Stadtbummel und eine Pause in einem der zahlreichen Straßencafés angesagt sind, bevor wir die Heimfahrt ins Hotel antreten.