Von Lamaceiros in die Schlucht der Ribeira da Janela

Di, 06. 09. 2011

Für heute haben wir uns eine Wanderung im Nordwesten der Insel ausgesucht, oberhalb der Ortschaft Porto Moniz. Diese erreichen wir über die Hochebene; kurz vor Porto Moniz ist am ersten Kreisverkehr die Levada ausgeschildert. Sie beginnt am Wasserhaus von Lamaceiros. Dort können wir auch gut parken. Für den Hin- und Rückweg sind in den Wanderführern knapp 4 Stunden angesetzt; eine Taschenlampe für die Durchquerung von 2 Tunnels ist erforderlich.

Ribeira da Janela ist der längste Fluss der Insel. Vom Quellgebiet um Rabacal zieht er sich bis an die Nordwestküste. Von der Levada da Central da Ribeira da Janela hat man sehr schöne Einblicke in das tief eigekerbte Tal von Lamaceiros. Hortensien, Agapanthus, Farne und Maracujabananen schmücken den Weg. Es gibt sogar Picknickplätze mit tollen Ausblicken auf die Landschaft. Am Anfang laufen wir auf einem breiten Fußpfad entgegen der Fließrichtung neben der Levada. Nach einigen Minuten erreichen wir schon die ersten Picknickplätze und es folgt eine Levada-Station. Von hier haben wir den ersten schönen Blick auf das Tal Ribeira da Janela. Die Levada zieht sich immer tiefer ins Tal hinein. Der Weg wird enger und nach ca. 90 Minuten erreichen wir den ersten geraden Tunnel. Wir brauchen etwa 10 Minuten für die Durchquerung. Unmittelbar danach beginnt der zweite Tunnel mit einer Kurve. Hinter dem Tunnel verläuft der Weg in einer senkrechten Felswand mit einem gesicherten Gelände.  Der Pfad ist etwas schmaler und nach einigen Kurven erreichen wir das Levada-Wärterhaus. Dieses ist nur noch bewohnt, wenn Arbeiten an der Levada notwendig sind. 
Den gleichen Weg nehmen wir wieder zurück nach Lamaceiros. In direkter Nähe des Parkplatzes ist ein kleines Restaurant, wo wir uns ein Eis und einen doppelten Espresso gönnen. Dann steht die Heimfahrt an.

(Tour 50, Rother Wanderführer)

Beim Anklicken der Bilder öffnet sich die Galerie!



Curral das Freiras: Zum "Stall der Nonnen" und nach Camacha


Mi, 07. 09. 2011

Eine Fahrt nach Curral das Freiras ins Nonnental gehört ebenfalls zum Muss eines jeden Madeira-Aufenthaltes. Es ist ein kleines Dorf, das zwischen riesigen, fast senkrechten Berghängen im Herzen der Insel liegt, ca. 20 km nördlich von Funchal.

Curral das Freiras – das "Nonnental" oder "Stall der Nonnen" oder "Nonnenpferch" wie es wörtlich übersetzt heißt geht zurück auf das 16. und 17. Jahrhundert. In dieser Zeit haben sich die Nonnen des Klosters Santa Clara in Funchal in diesen Felskessel zurückgezogen vor den immer wieder stattfindenden Piratenübergriffen. Sie hüteten hier ihr Vieh – deshalb Stall. Das Tal war bis 1959 nur über einen schmalen Fußweg zu erreichen. 

Curral das Freiras ist ein Landschaftserlebnis und wartet nicht mit historisch bedeutenden Gebäuden auf. Wir erreichen den Ort über die Ausfahrt "Curral das Freiras" der Via Rapida. Der weitere Weg ist ausgeschildert. Da wir den Aussichtspunkt Eira do Serrado mit Blick auf Curral das Freiras auf keinen Fall verpassen wollen, biegen wir auf der Zufahrt vor einem Tunnel links ab. Fährt man durch den Tunnel, landet man direkt unten im Tal und verpasst den schönen Blick auf das Nonnental. Die Straße endet an einem Parkplatz. Hier ist auch eine Haltestelle für den öffentlichen Bus. Ein Souvenirladen, ein Restaurant und ein Hotel befinden sich hier. Zum Aussichtspunkt auf 1095 m Höhe gelangt man auf einem Plattenweg links am Hotel vorbei. Nach wenigen Gehminuten genießen wir einen herrlichen Blick auf den Ort, das umliegende Tal und die Berge. Die beste Zeit zum Fotografieren ist gegen Mittag, da das Tal dann voll in der Sonne liegt!

Zurück zum Parkplatz fahren wir durch den Tunnel hinunter nach Curral das Freiras. Hier gibt es allerdings nicht allzu viel zu sehen. Wir schauen uns ein wenig um, essen ein Eis, trinken einen Espresso und machen uns dann auf die Fahrt nach Camacha, Ausfahrt 14 auf der Via Rapida.

Camacha, ein hübsches, kleines Dorf östlich von Funchal, liegt auf 700 m Höhe am Berghang, es ist das Zentrum der madeirensischen Korbflechtkunst. Hauptanziehungspunkt ist das Café Relógio. Aus dem alten Café sind eine Korbflechterwerkstatt, der größte Ausstellungs- und Verkaufsraum für Korbarbeiten Madeiras sowie ein Restaurant und ein Hotel geworden. Hier stellen die ‘Körbemacher’ die verschiedensten Produkte aus Korbweide her, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. In der Ausstellung findet man über 1000 verschiedene Artikel aus Korbweide, Körbe,Pfeil Gartenmöbel, Brot- und Wäschekörbe, sogar ein Zoo aus geflochtenen Tieren, viel Kitsch ist auch dabei. Im Untergeschoss sehen wir 3 Arbeitern für eine kurze Weile bei ihrer Arbeit zu. Na ja, allzu aufregend war der Besuch nicht. Vielleicht waren auch unsere Erwartungen zu hoch.


Beim Anklicken der Bilder öffnet sich die Galerie!