Viva la Revolución!

Mi, 02. 03. 2016

Unser heutiges Programm:

José Martí und Che Guevara rahmen die Plaza de la Revolución ein, wo Fidel Castro seine Reden hielt. Im Revolutionsmuseum nimmt Sie Ihr Reiseleiter mit in die Zeit der 1950er Jahre - kubanische Geschichte, spannend wie ein Thriller. Wir beleuchten die Errungenschaften der Revolution und den aktuellen Umgang der kommunistischen Altpolitiker mit den ersten unabhängigen Blogs im Internet. Wir verlassen Havanna und fahren über Soroa, das für seinen Orchideengarten berühmt ist, in den Westen der Insel. 190 km. Zwei Übernachtungen in Vinales.

Hotel Los Jazmines ***

Heute beginnt die Rundreise und damit das allmorgendliche Ritual: ab 7.00h Frühstück, bis 8.00h müssen die Koffer vor die Zimmertür gestellt werden, um 8.45h ist Kofferkontrolle vor dem Einladen in den Bus, ab 9.00h Abfahrt.

Wir sind wie immer sehr zeitig beim Frühstück und haben danach noch hinreichend Zeit, zum Parque Central zu gehen, der direkt neben dem Hotel liegt und von mächtigen Königspalmen eingerahmt wird. Der Königspalme begegnen wir auf unserer Reise noch sehr oft. Sie wächst in den Tälern und auf den Hügeln von Kuba und wird von den Kubanern als offizielle Nationalpflanze verehrt. Im Landeswappen von Kuba ist sie zu sehen. Umgeben ist der Parque Central vom Hotel Inglaterra und dem Gran Teatro de La Habana.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

jose_marti_parque_cenral
Statue Jose Marti Parque Central Havanna
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Im Zentrum des Parque Central in Havanna steht eine Statue des kubanischen Nationalhelden José Martì. Marti wurde 1853 in Havanna geboren. Seine Eltern waren beide aus dem spanischen Mutterland nach Kuba eingewandert. Schon in jungen Jahren kämpfte Marti gegen die spanischen Kolonialherren. Nach Jahren im Exil kehrte er 1895 nach Kuba zurück und organisierte den politischen und militärischen Kampf gegen die spanische Vorherrschaft. Er nahm am Unabhängigkeitskrieg gegen Spanien teil, fiel aber bereits nach 5 Wochen in Kämpfen bei Dos Ríos in der damaligen Provinz Oriente. Sein früher Tod machte ihn zum Symbol für den Unabhängigkeitskampf seines Landes. Die Kubaner nennen ihn "El Apósto". Jede kubanische Schule hat eine Büste von José Martí am Eingang oder auf dem Schulhof.

Marti war auch Schriftsteller und Poet. Im Exil verfasste er mehrere Schriften, darunter einen Gedichtband, aus dem Teile des Textes des bekannten Liedes Guantanamera stammen. 

Taxis in Havanna
Taxis - gelb-schwarze Pana-Taxis und Fahrradrickschas
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Coco - Motordroschke
Coco - Motordroschke
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Zahlreiche Oldtimer, die als Taxi eingesetzt werden, stehen am Parque Central. Doch neben diesen "Touristen-Taxis" gibt es "normale" Auto-Taxis ebenso wie Fahrradrikschas und dreirädrige Motordroschken, die hier "Coco" (Kokosnuss) genannt werden. In den gelb-schwarzen "Pana-Taxis" müssen die Gäste keine stinkenden Auspuffgase schlucken, außerdem sitzt man im Trockenen und kommt schneller voran. Aber die Romantik fehlt. Bei den "Coco"-Droschken klemmen sich zwei bis drei Touristen hinter den Fahrer - je nach Körperumfang der Gäste. Vor besseren Hotels tragen Taxis Aufschriften wie "Habana" oder "Grand Car". Trotz der Namensvielfalt landen die Einnahmen alle in der Staatskasse - nur die Trinkgelder bleiben beim Fahrer.

Bevor wir Havanna verlassen, geht es noch zu Fuß zum "Museo de la Revolucíon". Das Museum ist in den Räumlichkeiten des ehemaligen Präsidentenpalastes (1913 - 1920) untergebracht, in dem auch der Diktator Batista residiert hatte.

Museo de la Revolucion
Museo de la Revolución
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In dem pompösen Palast Batistas befindet sich eine vollständige Ausstellung der Geschichte Kubas beginnend beim Unabhängigkeitskrieg im 19. Jahrhundert bis zum Sieg der kubanischen Revolution 1959. In ausführlicher Weise werden die Besucher über dessen Sturz durch Fidel Castro und seine Rebellenarmee unterrichtet. Die Einschusslöcher im Palast während der Erstürmung wurden auf ausdrückliche Anordnung Castros nicht entfernt. Im "Memorial Granma" ist in einem gläsernen Gebäude die Yacht Granma ausgestellt, mit der Fidel Castro und seine Verbündeten 1956 aus Mexiko kamen und auf Kuba landeten. Um den Pavillon herum stehen Fahrzeuge und auch ein Flugzeug aus dem Befreiungskampf. Vor dem Museum eine Gedenkstätte für die Helden des "neuen" Vaterlandes.

Letzter Stopp in Havanna ist die Partagas-Zigarrenfabrik am Rande der Altstadt in der Calle Agramonte. Die "Fabrica de Tabacos Partagas" wurde bereits im Jahr 1845 als Zigarrenmanufaktur erbaut. Der Tabak, der hier verarbeitet wird, kommt aus der Provinz Pinar del Rio, 160 Kilometer westlich der Hauptstadt. Während der einstündigen Führung ist Foto- und Filmverbot!

In einem großen Saal fertigen die Zigarrendreher, die Torcedores (meist Frauen), zwei Formate der legendären und sündhaft teuren Cohiba, der Marke Che Guevaras und Gerhard Schröders. Aus vorbereiteten Tabakblättern wird zunächst die Einlage gerollt. Mit Hilfe eines speziellen Umblattes wird alles zur so genannten Puppe zusammengerollt. Die halbfertige Zigarre wird 45 Minuten lang in eine Holzform gepresst. Danach wird das Deckblatt um die Puppe gewickelt. Eine Torcedora stellt am Tag ca. 90 dieser Spitzenzigarren her. Die Monatsproduktion umfasst 2.160 Stück, dafür Pfeilerhält die Arbeiterin einen Lohn von etwa 12 Euro. In Deutschland ist eine dieser Zigarren für 25 € zu haben. Andere berühmte "Havannas" sind Romeo y Julieta, Montecristo und Trinidad. Schade, dass wir nicht fotografieren durften.

Mittagspause am Meer
Mittagspause am Meer
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"Vollgepackt" mit Wissen über die kubanische Geschichte und die Zigarrenherstellung verlassen wir Havanna - zunächst in Richtung Meer, wo wir in einem ländlichen Paladar, dem Restaurant Vigía an der Marina Hemingway eine Mittagspause einlegen. Maribel hatte freundlicherweise ein Essen vorbestellt, ein komplettes Menu - wie sich herausstellt eigentlich zu viel, da uns ja abends ein Buffet erwartet. Wie dem auch sei, die Lage des Paladar direkt am Meer ist sehr schön und die Pause tut allen gut. Es ist auch unsere erste Begegnung mit dieser Art Privatrestaurants, die seit einigen Jahren in Kuba erlaubt sind, wenn auch in einem bescheidenen Rahmen. Laut Gesetz dürfen diese kleinen Restaurants nur eine beschränkte Anzahl Tische und Stühle aufweisen. Das wird auch von Zeit zu Zeit kontrolliert. Steht so eine Kontrolle bevor, werden kurzerhand einige Stühle und Tische entfernt! Erschwerend wirkt weiter die hohe Steuer, die monatlich zu entrichten ist, jedoch vom Ort abhängt. Wie Maribel zu berichten weiß, ist oftmals das Essen in einem Paladar nicht nur billiger sondern auch besser als in den staatlichen Restaurants. Die Leute sind motivierter etwas zu bieten. Die Rechnung wird in CUC bezahlt - dieses Mal 14 CUC/Person ohne Getränke.

Orchidden in Soroa
Im Orchideengarten von Soroa
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Nach knapp zweistündiger Fahrt über die Autopista de Pinar del Rio erreichen wir gegen 14.30 Uhr den Orchideengarten von Soroa in den Hügeln der Sierra del Rosario. Der Park mit einer Größe von 3,5 ha zeigt mehr als 700 Orchideenarten, von denen 250 in Kuba endemisch sind, d.h. sie kommen nur hier vor. Angelegt wurde der Garten von dem Spanier Tomás Felipe Comacho. Über 60000 Zierpflanzen hat er von Reisen in der ganzen Welt hier zusammengetragen. Die Hauptblütezeit der Orchideen liegt zwischen November und März. Bei unserem Besuch stehen nicht mehr allzu viele Exemplare in den Gewächshäusern in Blüte. Doch allein die Vielzahl von Bromelien, Begonien und tropischen Bäumen, die wir auf einem Rundgang durch die gepflegte Anlage zu sehen bekommen, hat einen Besuch gelohnt.

Unser Zimmer im Hotel Los Jazmines
Unser Zimmer im Hotel Los Jazmines
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Nach weiteren 1 1/2 Stunden Fahrt auf der Autobahn A4, immer entlang der Cordillera de Guaniguanico, einer Gebirgskette aus riesigen Kalksteinfelsen und flachen Tälern, erreichen wir gegen 18.00h die Hotelanlage Los Jazmines oberhalb des Valle de Vinales. Hier sind zwei Übernachtungen vorgesehen. Das Einchecken geht relativ schnell vonstatten und so können wir vor dem gemeinsamen Buffet um 19.00h noch unser Zimmer mit Balkon begutachten. Wie noch oft auf dieser Reise gilt es zunächst das Kunstwerk auf den Betten zu betrachten: Schwäne aus Badetüchern geformt und mit Blumen geschmückt! Zusätzlich ein Willkommensgruß des Zimmermädchens - in Erwartung eines Trinkgeldes beim Verlassen. Die Ausstattung des Zimmers zeigt, dass wir hier "ländlich" untergebracht sind und auf den Luxus des Stadthotels in Havanna verzichten müssen: Es gibt nur 1 Badetuch pro Person (kein zusätzliches Handtuch), Toilettenartikel fehlen, das Waschbecken hat Mini-Format, die Armaturen in der Dusche haben ihre besten Zeiten hinter sich, sie lassen sich problemlos aus der Wand ziehen, dafür ist das Wasser allerdings warm (einige Mitreisende haben nicht das Glück, warmes Wasser zu haben), Toilettendeckel und -brille fehlen. Ansonsten ist das Zimmer ruhig gelegen und sauber und der Blick vom Balkon in den wunderschönen tropischen Garten und das Tal von Vinales entschädigt komplett. Das reichhaltige Buffet am Abend schmeckt sehr Pfeilgut, der anschließende Mojito in der Bar ebenfalls. Wir fühlen uns rundherum wohl und haben schnell die oben erwähnten negativen Punkte vergessen. Außerdem hatte der Reiseveranstalter schon vor der Reise auf mögliche Mängel besonders in den ländlichen Gebieten hingewiesen.