Auf den Spuren von Che

So, 13.03. 2016

Unser Programm:

Auf dem Weg nach Havanna betreten wir in Santa Clara eine Weihestätte der Revolution. Ein Museum informiert über Che Guevara, den argentinischen Helden der Revolution. Wie kam es dazu, dass Che eine solche Faszination auslösen konnte, die bis heute nachwirkt? Dann geht es weiter nach Havanna. 390 km.

Hotel Iberostar Parque Central ****

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Pedraplén
Pedraplén, 50km langer Steindamm
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Heute Morgen verlassen wir das Strandhotel Ensenachos Richtung Santa Clara und Havanna. Zum ersten Mal sehen wir bei Tageslicht den "Pedraplén", jenen 48 km langen Steindamm durch die "Bahia de la Buenavista", der mehrere kleine Inseln verbindet. 45 Brücken sorgen für den ungehinderten Strom von Meereswasser und Fischschwärmen. Man hat das Gefühl, durch die türkisfarbene See zu fahren, vorbei an vielen kleinen Mangroven Inselchen, Kormoranen und Flamingos. Das Ende des Pedraplén liegt übrigens auf der Insel Cayo Santa Maria. Sie ist die größte Insel des Archipels, Cayo Ensenachos die kleinste. Auf der Insel Cayo Santa Maria sind bisher zehn Ferienanlagen mit Kapazitäten von je 1500 Gästen gebaut worden, weitere sind in Planung. Hoffentlich entsteht hier kein zweites Mallorca mit Ballermann-Feeling!

San Juan de los Remidios
San Juan de los Remidios Kirche
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Nach einem kurzen Fotostopp geht unsere Fahrt weiter. Nach 45 Minuten haben wir wieder das Festland erreicht. Eine Toilettenpause wird in dem kleinen Kolonialstädtchen Remidios eingelegt, das 5 km von der Nordküste entfernt ist. Remidios war einer der ersten Orte, die von den Spaniern auf Kuba gegründet wurden. Bekannt ist die Stadt vor allem durch die jedes Jahr am 26. Dezember stattfindenden "Parrandas de Remedios", eine Art Karneval mit Feuerwerk, Paradewagen und Tanz auf den Straßen. An der Plaza Marti liegt die San Juan de los Remidios, die älteste Kirche Kubas. Da zur Zeit unseres Besuches dort ein Gottesdienst abgehalten wurde, konnten wir nur einen kurzen Blick hineinwerfen.

In der 50 km entfernten Provinzhauptstadt Santa Clara, die wir als nächstes ansteuern, gibt es historisch bedeutende Orte, die an die Taten des Revolutionärs Ernesto Che Guevara erinnern, darunter das Mausoleum mit Che Guevaras Überresten.

Che Guevara - richtig: Dr. Ernesto Che Guevara - ist der unbestrittene Held der Stadt, denn hier in der Stadt führte er die Revolution zu ihrem Sieg. Geboren 1928 in Argentinien hatte er schon während seines Medizinstudiums die soziale Ungerechtigkeit in Latein- und Mittelamerika angeprangert und dies in zahlreichen Schriften dokumentiert. 1955 traf er in Mexiko auf Fidel Castro und schloss sich dessen Bewegung des 26. Juli (Datum des Angriffs auf die Moncada Kaserne) an. Im Dezember 1956 nahm er an der Landung von Castros Revolutionären auf Kuba teil, die den von den USA unterstützten Diktator  Batista stürzen wollten.

Denkmal des gepanzerten Zuges
Denkmal des gepanzerten Zuges in Santa Clara
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Am 28. September 1958 ließ Che Guevara in Santa Clara einen gepanzerten Zug, mit Verstärkung für die Truppen Batistas entgleisen. Waffen und Munition fielen in die Hände der Revolutionäre. Mit den eroberten Waffen konnten die Truppen Batistas besiegt werden. Batista flüchtete aus Kuba und Castros Gruppe übernahm die Kontrolle. Am 9. Februar 1959 wurde "Commandante" Guevara zum „geborenen kubanischen Staatsbürger“ ernannt.

Die beiden Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt sind daher auch eng mit der Person Che Guevara verbunden: das Museo Memorial Ernesto Che Guevara, in dem die sterblichen Überreste des "Che" und sechs seiner Mitstreiter beigesetzt wurden und das Denkmal des gepanzerten Zuges.

Statue Che Guevara
Statue Che Guevara in Santa Clara
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An der Plaza de la Revolución, unserem ersten Stopp, steht auf einem sechs Meter hohen Sockel die überdimensionale Che-Guevara-Statue, eine Bronzeskulptur. Sie zeigt ihn in seiner Kampfuniform, das Maschinengewehr in der rechten Hand und mit seinem eingegipsten linken Arm, den er sich bei dem Gefecht um Santa Clara gebrochenPfeil hatte. Guevara blickt in Richtung Sierra Maestra, wo sich die Rebellen versteckt hatten. Darunter steht die Losung der Revolution "Hasta la victoria siempre" (bis zum immerwährenden Sieg).

Neben dem Monument steht ein Relief, welches Szenen aus dem Leben Che Guevaras zeigt. Seit 1997 birgt ein angegliedertes Mausoleum die Gebeine von Che Guevara, die wenige Wochen zuvor in Bolivien geborgen wurden. Das Mausoleum befindet sich auf der Rückseite des Monuments. Taschen und Fotoapparate haben wir schon im Bus zurückgelassen, da man hier sehr streng ist.

6 im Guerillakampf Getötete sind im Mausoleum bestattet. Jedes Grab hat eine Reliefplatte mit dem Gesicht des Verstorbenen. Vor der Reliefplatte von Che Guevara brennt die "ewige Flamme". Im Museum sind Bilder des Revolutionärs ausgestellt, ebenso persönliche Briefe und Kleidungsstücke.

Markt Sandino in Santa Clara
Markt Sandino in Santa Clara
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Nach dem Besuch dieser Gedenkstätten fahren wir zum Denkmal des gepanzerten Zuges (Monumento al Tren Bindado). Von dort machen wir einen Spaziergang zum lokalen Markt der Stadt, dem Gemüse-und Früchtemarkt "Sandino". Hier wird aber auch Fleisch (ohne Kühlung) angeboten, ebenso Elektroartikel, Haushaltwaren, Fahrradzubehör und Teigwaren. Oft werden die Waren im Kofferraum des Autos angeboten. Die Händler sind alle sehr freundlich und zeigen uns bereitwillig auch das "Innenleben" ihrer Autos.

Im Paladar La Bodeguita gegenüber der Kirche Santa Clara de Asis essen wir zu Mittag, natürlich wieder ein Sandwich. Dann geht es weiter auf der A1 nach Havanna, wo wir gegen AbendPfeil eintreffen. Ein letztes gemeinsames Abendessen (Buffet), dieses Mal im Haupthaus des Hotels Parque Central, ist für 19.15 Uhr angesetzt. Den restlichen Abend bummeln wir noch einmal Richtung Altstadt, um ein paar Nachtaufnahmen zu machen.