Karibisches Santiago

Mi, 09. 03. 2016

Unser heutiges Programm:

Temperament, Musik und Lebensfreude bestimmen das Bild von Santiago, der multikulturellen Wiege der Revolution. Unsere Stadtrundfahrt führt uns zur Festung El Morro (UNESCO-Kulturerbe) und zum Ifigenia-Friedhof mit dem Grab von José Martí, Dichter und Nationalheld. Im Zentrum Santiagos nehmen uns das exotische Flair und der karibische Lebensrhythmus ein. Am Nachmittag gestalten Sie Ihr eigenes Programm, Ihr Reiseleiter gibt Ihnen gerne gute Tipps.

Hotel Meliá Santiago ****(*)

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

El Morro und Blick auf die Bahia de Santiago
El Morro und Blick auf die Bahia de Santiago und die Sierra Maestra
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Wir frühstücken in größter Ruhe, die Auswahl am Buffet ist reichlich. Um 9.00 Uhr starten wir zu unserer heutigen Tour. Unser erstes Ziel ist das etwas außerhalb der Stadt gelegene Castillo del Morro San Pedro de la Roca - auch kurz El Morro genannt - am Eingang zur Bucht von Santiago. Der Weg vom Busparkplatz zur Festung, die sich seit 1997 UNESCO Weltkulturerbe nennen darf, ist von Verkaufsständen gesäumt, die aber wegen der frühen Zeit noch nicht geöffnet haben. Die Festung aus dem 17. Jahrhundert war als Verteidigungsanlage gegen die nicht enden wollenden Piratenüberfälle konzipiert. Während der Befreiungskriege hielt man hier Rebellen gefangen. Von der Anlage haben wir einen herrlichen Blick über die Bahia de Santiago, die Küste des Karibischen Meeres und die bewaldeten Höhen der Sierra Maestra. Über eine Zugbrücke betreten wir die Befestigungsanlage und werden gleich am Eingang abkassiert: 5 CUC für die Fotografier Erlaubnis, mal wieder, ansonsten muss die Kamera abgegeben werden. Wegen der lohnenden Aussicht auf die Bucht zahlen wir.

In zehn Räumen ist ein Piratenmuseum eingerichtet. Alte Navigationskarten, Waffen und Uniformen sind zu sehen. Die Festung gilt als das besterhaltene und vollständigste Beispiel der Spanisch-Amerikanischen Militärarchitektur. Zu erwähnen ist noch der Leuchtturm Faro del Morro.

Moncada Kaserne mit Einschusslöchern
Moncada Kaserne mit Einschusslöchern
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Nordöstlich außerhalb des Zentrums liegt die ehemalige Moncada-Kaserne, die wir als nächstes besuchen. Und hier werden wir wieder mit der Geschichte Kubas konfrontiert: Die Kaserne gilt als nationales Denkmal der kubanischen Revolution. Hier begann der Kampf gegen das von den USA unterstützte Batista-Regime. Am 26. Juli 1953, einem Karnevalstag, leitete Fidel Castro den Sturm auf die Kaserne, sein Bruder Raúl die Attacke auf den angegliederten Justizpalast. Die gesamte Aktion schlug fehl, die meisten Rebellen wurden gefangen genommen und ermordet. Die, die fliehen konnten - unter ihnen die Castro Brüder - wurden wenige Tage später aufgegriffen und vor Gericht gestellt. Dort prangerte Fidel Castro, studierter Jurist und "Verteidiger für die Armen und Unterdrückten", die katastrophalen Verhältnisse in Kuba an und Batista als schlimmsten Tyrannen. Seine Verteidigungsrede endete mit dem berühmten Satz: "Verurteilt mich, das ist bedeutungslos, die Geschichte wird mich freisprechen!" (La historia me absolverá!) Er wird zwar zum Tode verurteilt, aber bereits 1955 aufgrund einer Amnestie entlassen und geht nach Mexiko ins Exil, von wo aus er erneut die Revolution vorbereitete. Die Einschusslöcher in der Fassade von 1953 werden sorgsam gepflegt und sind noch heute gut sichtbar.

Cementerio Santa Ifigenia
Cementerio Santa Ifigenia
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Der Cementerio Santa Ifigenia ist neben dem Cementerio Colón in Havanna Kubas berühmtester Friedhof. Ihn besuchen wir anschließend. Er wirkt wie eine kleine Stadt aus marmornen Grabstätten mit Engeln und Kreuzen. In den rund 8000 Gräbern sind viele Helden der Pfeilkubanischen Unabhängigkeitskriege, viele bedeutende Bürger der Stadt und auch Helden der Revolutionsära bestattet. Auch der bei Auslandseinsätzen gefallenen Soldaten wird hier gedacht.

Sarg José Marti
Sarg José Marti auf dem Cementerio Santa Ifigenia
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Das berühmteste und eindrucksvollste Grabmal, ein auf Säulen stehender Rundbau, wurde für Kubas Freiheitskämpfer José Marti errichtet. In seinem Fuß steht der mit einer kubanischen Flagge geschmückte Sarg Martís, auf den jeden Tag die Sonne fällt. So nahm man Bezug auf eines seiner Gedichte, in dem er sagt, er wolle nicht wie ein Verräter im Dunkeln sterben, sondern mit dem Gesicht in der Sonne. Eine Etage höher zeigt eine überdimensionierte Statue José Martí in Denkerpose. Die Wachablöse der dreiköpfigen Ehrenwache findet alle 30 Minuten zu den Klängen von „Elegía a Martí” statt, komponiert von Juan Almeida, einem Teilnehmer des Angriffs auf die Moncada-Kaserne.

Parque Cépedes in Santiago
Parque Céspedes in Santiago
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Vom Friedhof aus fahren wir mit dem Bus ins Zentrum Santiagos zum Parque Céspedes, in dessen unmittelbaren Umgebung sich die meisten historischen Sehenswürdigkeiten befinden. Der Platz - so kommt es uns vor - scheint ein beliebter Treffpunkt der Bürger zu sein. Auf den Bänken im Schatten sitzen Frauen mit ihren Einkaufstaschen und halten ein Schwätzchen; alte Männer kauen auf ihren Zigarrenstumpen und Kinder werfen sich Spielbälle zu. Aber auch viele Bettler mischen sich unter die Leute; so ein verkrüppelter Mann im Rollstuhl und ein anderer ohne Hände. Sie betteln hauptsächlich um Geld, CUC natürlich. Wir lassen ihnen ein paar CUC zukommen, vielleicht, um unser Gewissen zu beruhigen, denn uns allen geht es doch verdammt gut in Anbetracht dieser Armut hier.

Motto der Revolution
Motto der Revolution: früher rebellisch, heute gastfreundlich, stets heldenhaft
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Ehemaliges Rathaus in Santiago mit Balkon
Ehemaliges Rathaus in Santiago mit dem berühmten Balkon
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Das Denkmal in der Mitte des Platzes erinnert an den Freiheitskämpfer Carlos Manuel de Céspedes. An der Südseite des Platzes ragt die Kathedrale Nuestra Señora de la Asunción mit ihren Zwillingstürmen empor. Das auffallend weiße Gebäude mit den blau gestrichenen Fenstern und Balkonen war das einstige Rathaus der Stadt, heute hat hier die Kommunistische Partei Santiagos ihren Sitz. Vom Balkon dieses Gebäudes hielt Fidel Castro, nachdem er den Diktator Batista vertrieben hatte, am 1. Januar 1959 seine erste Rede als Commandante en Jefe, als Chefkommandant. Sein Motto: "Rebelde ayer, hospitalaria hoy, heroica siempre” - früher rebellisch, heute gastfreundlich, stets heldenhaft.

Ältester Kolonialbau auf Kuba ist die Casa Diego Veláquez Valáquez war von 1516 -1530 erster Inselgouverneur. Heute ist in dem Gebäude das Museo Ambiente Historico Cubano untergebracht. Bei einem Rundgang durch das Museum sehen wir Möbel und andere Einrichtungsgegenstände aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Im Untergeschoss sehen wir noch die Tiegel, aus denen Gold zu Barren geschmolzen wurde, bevor es nach Spanien verschifft wurde.

Cuba Libre
Cuba libre
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Nach der gemeinsamen Besichtigung haben wir genügend Zeit, uns allein umzuschauen. Wir schlendern kurz über die renovierte Fußgängerzone José Antonio Saco. Da die Temperaturen mittlerweile die 35°C Marke erreicht haben, setzen wir uns schnell in ein Café. Wir bestellen je einen Cuba libre. Der lässt allerdings auf sich warten. Als nach 35 Minuten immer noch kein Getränk in Sicht ist, verlassen wir das Café, gehen zum Bus zurück und lassen uns dann zum Mittagessen in das Restaurant La Cabaña bringen. Hier gibt`s den ersehnten Cubra libre, dazu ein Sandwich (Käse-Schinken) und anschließend noch einen kräftigen Espresso. Die Lebensgeister sind wieder erwacht!

Was gibt es noch über diesen Tag zu berichten? Gegen 16.00 Uhr sind wir im Hotel zurück - Zeit zum Relaxen bis zum Abendessen um Pfeil19.00 Uhr, Mojito und Pina colada eingeschlossen. Bedauerlicherweise funktioniert das WLAN im Foyer nicht. Deshalb gibt's eine schöne Ansichtskarte von Santiago für die Freunde zu Hause.