Archäologisches Museum, Chora-Kirche und Süleymaniye-Moschee


Do, 17. Oktober 2013

Der Blick aus dem Fenster verheißt heute Morgen nichts Gutes. Es ist wolkenverhangen und regnet!! Die Regenschirme müssen aus dem Koffer geholt werden. Schnell trösten wir uns mit der Tatsache, dass wir beim heutigen Besíchtigungsprogramm größtenteils im "Trockenen" sind. Ändern lässt sich an der Wetterlage sowieso nichts. Zuerst genießen wir in größter Ruhe unser Frühstück. Das tut gut. Danach ist noch Zeit für einen kurzen Spaziergang in der näheren Umgebung.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Alexandersarkophag
Alexandersarkophag im Archäologischen Museum
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Um 9.00 Uhr steht der Bus vereinbarungsgemäß vor dem Hotel und bringt uns zum Archäologischen Museum. Es liegt in den ehemaligen Palastgärten des Topkapi-Palastes im Stadtteil Eminönü und besteht aus drei Komplexen: dem Fayencen-Museum mit Keramikfunden aus der Zeit der Osmanen, dem Museum für altorientalische Kulturen und dem Museum für klassische Altertümer, dem interessantesten Teil. Mit letzterem beginnt unsere gemeinsame Führung. Zielstrebig steuern wir auf das wohl bekannteste Exponat zu, den Alexandersarkophag, der durch eine Plexiglasverkleidung geschützt ist. Türkische Archäologen fanden ihn in der größten der sieben Grabkammern der Königsnekropole von Sidon im Libanon. Der Sarkophag ist einem griechischen Tempel nachempfunden und rundherum mit kunstvollem Relief verziert. Er stammt aus dem Jahre 310 n. Chr. und ist unversehrt erhalten. In dem Sarkophag wurde zwar nicht Alexander der Große, sondern wahrscheinlich ein libanesischer König bestattet. Aber Alexander ist hier in einer sehr alten, einzigartig erhaltenen Form dargestellt: In wunderbaren Marmorreliefs sieht man den Kaiser bei einer Löwen- und Pantherjagd.

Trauernde Frau - Klagefrauensarkophag
Trauernde Frau - Klagefrauensarkophag
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Außer diesem Prunkstück sind weitere Sarkophage aus Sidon und in mehreren Sälen Skulpturen aus griechischer, römischer und byzantinischer Zeit ausgestellt. So ist der Klagefrauensarkophag ebenfalls einem Tempel nachempfunden und aus den Königsgräbern von Sidon geborgen. Trauernde Frauen zieren die Längs- und Breitseiten des Sarkophags.

Iznik-Fliesen
Iznik-Fliesen im Fayencenmuseum
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Hier endet auch schon die gemeinsame Besichtigung und wir haben genügend Zeit, uns im restlichen Museum umzuschauen. Uns interessiert vor allem das Fayencen-Museum mit wertvollen Exponaten aus mehreren Epochen. Die Kunst, farbige, durch Glasur geschützte Kacheln zu produzieren, war im Osmanischen Reich hoch entwickelt. Ein beliebtes Motiv war die Tulpe, als Farbe dominiert azurblau. Die berühmtesten Fayencen wurden in Iznik hergestellt. Das bedeutendste Ausstellungsstück ist ein mit Iznik-Fayencen verzierter Mihrab.

Sueleymaniye-Moschee
Süleymaniye-Moschee
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Wenn man vom Galata-Turm auf die Altstadt von Istanbul schaut, so ist das dominierende Gebäude in der Silhouette der Stadt die Süleymaniye-Moschee. Sie wurde vom berühmtesten Architekten des Osmanischen Reiches, Koca Mimar Sinan, zu Ehren des berühmtesten Sultans, Süleyman des Prächtigen, zwischen 1550 bis 1557 erbaut und sie stellt ein absolutes "Muss" eines jeden Istanbul-Besuches dar. Das gilt natürlich auch für uns. Die Moschee ist zwar nicht so groß wie die Blaue Moschee, aber die Ausmaße beeindrucken uns doch sehr. Vier gewaltige Stützpfeiler tragen die riesige Hauptkuppel, deren Scheitelhöhe genau 48 m beträgt. Wir lassen uns zuerst einmal auf dem großen, weichen Teppich nieder, um die Größe und Erhabenheit auf uns wirken zu lassen. Die Wände sind mit Marmor verkleidet, an der Ostwand werden wir auf farbige Glasfenster aufmerksam gemacht. Sie sollen von dem seinerzeit nach obennamhaften Glaskünstler Sarhos Ibrahim geschaffen worden sein. Fliesen aus Iznik zieren die Mihrabwand. Hier dominieren wieder Blatt- und Blumenmuster in den Farben Blau und Türkis.

Sultan Süleyman hatte gefordert, dass "...die Moschee so lange aufrecht stehen bleiben sollte, wie die Welt besteht". Sinan hielt sich daran und baute die Moschee, die er selber als sein "Gesellenstück" bezeichnete, auf einem als erdbebensicher geltenden Fundament. Bis heute steht sie aufrecht!!

Die Mittagspause verbringt die gesamte Reisegruppe in einem echten türkischen Schnellimbiss-Restaurant. An einer langen Theke sucht sich jeder etwas zu essen aus - meist warme Speisen -, die dann an den Tisch gebracht werden. Geht sehr schnell und klappt ausgezeichnet. Und schmecken tut es auch!

Chorakirche
Chorakirche
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Für den Nachmittag ist der Besuch der Chorakirche vorgesehen. Sie ist eine ehemalige byzantinische Kirche, dann Moschee und heute Museum. Ihre Mosaiken und Fresken zählen weltweit zu den bedeutendsten. Viele der Mosaiken waren in der Zeit, als die Kirche noch eine Moschee war, übertüncht bzw. mit Holz verkleidet. Sie wurden erst in den 50-er Jahren freigelegt.

Die Mosaiken zeigen das Leben der Muttergottes Maria, die Jugendzeit Jesu sowie die Heilsgeschichte Jesu. Im Zentralraum der Kirche finden sich noch einmal ein großes Christusporträt, ein Marienbild und eine Darstellung des Todes der Maria. 

Opfertiere
Opfertiere
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Auf der südlichen Seite des Goldenen Horns liegt der Ort Eyüp, ein Wallfahrtsort für Gläubige aus der ganzen Türkei. Er steht auch auf unserem Besuchsprogramm. Der Ort ist benannt nach Eyüp Ensari, einem Bannerträger  Mohammeds, der bei der erfolglosen ersten Belagerung Konstantinopels durch die Muslime im Jahre 674 vor der Stadtmauer fiel. Der Ort ist heute am Opferfest voll mit Besuchern; wer will und Geld hat, kann noch ein Tier opfern. Auf den Besuch der Eyüp-Moschee verzichten wir wegen des enormen Besucherandrangs und aus Rücksicht auf die Gläubigen.

Somit geht der vorletzte Tag unserer Reise zu Ende. Heute ist kein gemeinsames Abendessen. Wir entscheiden uns für ein Restaurant mit türkischen Spezialitäten unweit unseres Hotels. nach obenDanach spazieren wir noch Richtung Taksim-Platz. Eigentlich wollten wir noch nach einer Keramikschale Ausschau halten, finden aber nichts, was gefällt. Dann eben nicht und zurück ins Hotel! Fotos müssen noch gesichert und der Bericht vervollständigt werden.