Gwalior, die Maharadschastadt

Mi, 08.11.2017

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Blick auf Chhatris in Orchha
Blick auf die Grabmäler der Fürsten vom Fluss Betwa aus
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Bevor wir heute Morgen gegen 8.30 Uhr starten, machen wir noch einen kleinen Spaziergang am Ufer des Flusses Betwa entlang und beobachten dabei die Leute, die uns begegnen. Sie sind bereits alle mit Waschen und Beten beschäftigt. Auf der Weiterfahrt nach Gwalior kurz hinter Orchha legen wir eine Pause am Fluss Betwa ein.

Brücke über den Fluss Betwa in Orchha
Brücke über den Fluss Betwa in Orchha
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Von einer (unbefestigten) Brücke haben wir einen schönen Blick auf Orchha und auf die Grabmäler (Chhatris) der ehemaligen Herrscher. Auf der Brücke fahren auch Busse und Lastwagen. Wir als Fußgänger quetschen uns an den Rand und müssen dabei höllisch aufpassen, dass wir nicht im Fluss landen!

Heilige Kühe in Orchha
Heilige Kühe
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Kühe begegnen uns überall, auch hier natürlich, heilige Kühe, wie man hier glaubt. Wir fragen uns, wem sie eigentlich gehören und erfahren, dass sie alle einen Besitzer haben und auch gemolken werden. Männlichen Rindern fehlt zwar die heilige Aura, aber als Arbeitskraft sind sie unverzichtbar, so z.B. für die Bestellung der Felder. In Städten liefern sie nicht nur Milch, sondern auch Dung als Brennmaterial. Fromme Hindus spenden sogar für Asyle, in denen streunende Rinder aufgenommen und bis zu ihrem Tod gepflegt werden. Kerala und West-Bengalen sind übrigens die einzigen Bundesstaaten, in denen Rinder geschlachtet werden dürfen. Angeblich floriert der Export von Rindfleisch in arabische Länder und nach Europa!

Kastenlose
Zelte der Unberührbaren
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Auf der Weiterfahrt nach Gwalior sehen wir auf einem Feld diese Zelte (auf dem Bild links im Hintergrund). Wir erfahren, dass es sich um Unterkünfte der "Unberührbaren" handelt. Nahezu ein Viertel der Bevölkerung Indiens wird von Hindus höherer Kasten als unberührbar behandelt, das sind 160 Millionen Dalits, wie sich die Unberührbaren heute nennen. Obwohl die indische Verfassung die Unberührbarkeit abgeschafft hat und jegliche Diskriminierung aufgrund von Rasse, Religion, Abstammung oder Geschlecht untersagt, ist es wohl noch immer so, dass die oberen Kasten das Land kontrollieren und die Unteren, landlose Unreine, für sie arbeiten müssen. (Das Bild wurde aus dem Bus heraus aufgenommen).

Gegen Mittag kommen wir in Gwalior an und checken zunächst im Hotel ein. Kurz danach beginnt unsere Sightseeingtour durch Gwalior.

Jai Vilas Palace
Jai Vilas Palast Gwalior
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Eine der berühmtesten Herrscherfamilien Indiens regierte von Gwalior aus: die Scindias waren der Inbegriff von Luxus und Prunk. Im Jai-Vilas-Palast (heute ein Museum) erleben wir den Reichtum der Scindias par excellence: Elfenbein, riesige Kandelaber, Kutschen aus Silber und Möbel aus edlem Gehölz. Der 1874 fertiggestellte Palast gilt als einer der größten Indiens und wurde von einem englischen Architekten entworfen.

Jai Vilas Palace
Empfangsraum im Jai Vilas Palast in Gwalior -
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Die Innenräume können mit einigen Superlativen aufwarten, die den unermesslichen Reichtum der Maharadschas deutlich machen: In der Empfangshalle hängen die größten Kronleuchter der Welt, von denen jeder 3 t wiegt. In einem der 35 Räume sehen wir eine kleine Modelleisenbahn aus Silber, die die Speisen auf dem riesigen Esstisch "servierte".

Man Mandir Palace Gwalior
Man Mandir Palast in Gwalior
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Nächster Besichtigungspunkt ist das 3 km (!) lange mittelalterliche Fort, das auf einem 90 m hohen Felsplateau liegt und eindrucksvoll von der Blütezeit der Stadt unter der Herrschaft der Scindias zeugt. Innerhalb der Festungsmauern liegen sechs Paläste, mehrere Hindutempel, eine Schule und ein Sikh Tempel. Von den Bauten in der Festungsanlage gilt der Man-Mandir-Palast als einer der schönsten. Man bezeichnet ihn auch als Chit Mandir, was so viel wie gemalter Palast bedeutet. Seine Außenfassade ist nämlich mit farbigen Mosaiken von Tigern, Pfauen und Elefanten versehen.

Man Mandir Palast mit Kühen
Vor dem Man-Mandir Palast
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Die Kühe auf dem Bild scheinen sich allerdings weniger für die Palastanlage als für verwertbares Futter zu interessieren.

Jainaheilige
Jaina Heilige am Tafelberg in Gwalior
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Ein weiteres Highlight unserer Besichtigungstour sind die zeitlos schönen Statuen der Jaina Heiligen, an denen wir auf dem Weg von der Festung in die Stadt einen Stopp einlegen. (Der Jainismus ist eine in Indien beheimatete Religion, welche etwa im 6. Jahrhundert v.Chr. entstanden ist und auch heute noch über 4 Millionen Anhänger allein in Indien hat.) Die in die Felswände des Tafelberges geschlagenen Figuren - 24 Tirthankara Statuen der Jains - sehen Buddha Statuen ähnlich. Einst wurden sie vom Mogul-Herrscher Babur zerstört, er ließ Gesichter und Genitalien abschlagen. Inzwischen sind sie aber wieder restauriert.

Usha Kiran Palace
Unser Hotel Usha Kiran Palace in Gwalior
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Dem Tag angemessen übernachten wir heute in einem Palast: Das Luxus Hotel Usha Kiran Palace befindet sich inmitten eines großen Parks, bietet viel Komfort und sehr gute Küche. An der Rezeption können wir problemlos weitere Euros in Rupien umtauschen. Unser "Zimmer" ist mehr ein Apartement mit großem Eingangsbereich, Wohn-Schlafzimmer, Ankleidezimmer und riesigem Bad. Da es zum Garten hin gelegen ist, haben wir absolute Ruhe!