Sarnath: Auf den Spuren von Buddha

Sa, 04.11.2017

Heute müssen wir schon sehr früh aus den Betten, denn es steht der erste Inlandflug mit Jet Airways nach Varanasi im Bundessaat Uttar Pradesh an. Der Wecker klingelt um 4.30 Uhr, um 5.30 Uhr treffen sich alle Reiseteilnehmer im Foyer des Hotels. Dort gibt es Kaffee und Tee sowie ein kleines Frühstückspaket, bestehend aus Blätterteigtaschen und Obst. Der Inlandflug nach Varanasi ist für 8.15 Uhr terminiert. Vor der Abfahrt vom Hotel werden die Flugtickets verteilt. Zutritt zum Flughafen bekommt man in Indien nur mit einem gültigen Flugticket! Am Flughafen beim Check-In werden wir dann kräftig zur Kasse gebeten: Bei Inlandflügen sind nur 15 kg Freigepäck erlaubt. Unsere Koffer wiegen jedoch 19 bzw. 20 kg. Wir haben demnach 9 kg Übergepäck und dafür sind 2700 INR (indische Rupien) zu bezahlen, 300 INR je kg, für uns knapp 36 €, ein teurer Spaß. Aber wir sind nicht die einzigen, die zur Kasse gebeten werden.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

strassenverkaeufer_in_sarnath
Strassenverkaeufer in Sarnath
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Der Flug verläuft ruhig. Nach einer Stunde Flugzeit landen wir in Varanasi. Ein Bus bringt uns zum Hotel Ramada Plaza. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde. Einchecken können wir noch nicht, aber man bietet uns ein kleines Frühstück an. Danach geht es direkt per Bus ins 10 km entfernte Sarnath. Für diese Strecke brauchen wir eine Stunde: Das für unser Empfinden unbeschreibliche Verkehrschaos, die miserablen Straßen, die Staus verhindern ein rasches Vorwärtskommen.

Sarnath Tempel mit Elefanten
Mulagandhakuti Vihara-buddhistischer Tempel mit Elefanten
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Der kleine Ort Sarnath ist eng mit Varanasi verbunden. Im Isipatana-Migadya-Park (oder auch Wildpark) soll um 528 v. Chr. nach Wanderschaft, Meditation und Erleuchtung Buddha seine erste Predigt gehalten und so das Rad der Geschichte in Bewegung gesetzt haben. Seitdem gilt dieser Ort als heiliger Ort der Buddhisten. Dank ausführlicher Berichte chinesischer Pilger weiß man, dass hier einst 1500 Mönche lebten. König Ashoka erhob den Buddhismus zur Staatsreligion und ließ mehrere Klöster und Stupas errichten. Mitte des 1. Jh. wurde der Buddhismus jedoch wieder durch den Hinduismus zurückgedrängt. Die Anlage geriet in Vergessenheit und wurde unter der muslimischen Herrschaft fast völlig zerstört. Es waren die Engländer, die die Anlage wieder entdeckten und nach und nach frei legten. Heute ist Sarnath wieder das Ziel von Tausenden buddhistischer Pilger überwiegend aus dem asiatischen Raum. Entsprechend viel Rummel ist hier los und Andenkenverkäufer versuchen hartnäckig, Souvenirs an die Touristen zu bringen.

Szenen aus dem Leben Buddhas
Szenen aus dem Leben Buddhas
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Sarnath Tempel
Mulagandhakuti Vihara-hinduistischer Tempel
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Unser Rundgang beginnt am Mulagandhakuti Vihara, einem buddhistischen Tempel. Die Fresken und Wandmalereien im Innern sind reiche Fundgruben buddhistischer Literatur. Sie zeigen hauptsächlich Szenen aus dem Leben Buddhas und seiner Jünger.

Das besterhaltene Monument in Sarnath ist der 30m hohe Dhamekh-Stupa mit noch erhaltenen Steinreliefs. Hinter dem Stupa erstreckt sich der archäologische Park mit Resten von Klöstern und dem Rest einer abgebrochenen Ashoka Säule. An ihrer Spitze gab es früher eine Statue mit 4 Löwen, die Rücken an Rücken auf einem Sockel stehen und auf diesem sind Pferd, Bulle, Elefant und Löwe dargestellt, jedes der Tiere vom anderen durch ein Speichenrad getrennt. Das berühmte Löwenkapitell - heute das Nationalemblem Indiens - können wir im Museum besuchen. Leider sind hier jegliche Foto- und Videoaufnahmen verboten.

Dhamekh-Stupa
Dhamekh-Stupa
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Nach der Besichtigung der heiligen Stätten von Sarnath sind wir gegen 16.00 Uhr zurück im Hotel. Mittlerweile sind die Koffer auch im Zimmer. Wir haben Zeit bis 18.30 Uhr, um auszuspannen, Mails zu schreiben oder den Reisebericht zu vervollständigen. Um 18.30 Uhr ist zum gegenseitigen Kennenlernen eine kleine Vorstellungsrunde mit Umtrunk. Danach das abendliche Buffet (es wird für die gesamte Reise abends immer ein Buffet geben) und danach sind wir froh, dass wir uns auf unser Zimmer zurückziehen können.