Paläste und Handwerker in der Pink City: Jaipur

Sa, 11.11.2017

Wieder ein Tag mit vollem Programm und etlichen Highlights! Schon kurz vor 9.00 Uhr sind wir in der Altstadt direkt vor dem Palast der Winde, Hawa Mahal. Unser Reiseleiter hat eine kleine Überraschung bereit: dank seiner guten Beziehungen können wir auf die Dachterrasse des gegenüberliegenden Cafés steigen. Von dort haben wir optimale Fotomöglichkeiten, zumal auch die Sonne genau richtig steht.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

hawa_mahal
Hawa Mahal, Palast der Winde
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Hawa Mahal
Hawa Mahal, Palast der Winde
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Hawa Mahal oder der "Palast der Winde" wurde 1799 vom Dichterkönig Sawai Pratap Singh für die königlichen Damen errichtet, damit diese die Prozessionen und Tag-zu-Tag-Aktivitäten von der kühlen Ummauerung der majestätischen Fassade aus genießen konnten. Dieses fünfstöckige Monument gleicht der Krone von Lord Krishna, da Maharadscha Sawai Pratap Singh ein großer Anhänger von Gott Krishna war! Im Grunde handelt es sich nur um eine Fassade, allerdings in phantasievoller Architektur. Sie besteht aus 953 Nischen und 152 Fenstern mit überhängenden Gitterbalkonen und kurvenförmigen Dächern. Sie ist das Wahrzeichen Jaipurs, ein Touristenmagnet. Entsprechend haben sich viel Händler und Schausteller rund um den Palast etabliert und hoffen auf gute Geschäfte.

Fort Amber
Fort Amber
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Unser nächstes Ziel: das Amber Fort. Hier befand sich sieben Jahrhunderte lang die Hauptstadt der Kachchwaha-Fürsten. Sie waren der erste Rajputen-Clan, der mit den mongulischen Herrschern sympathisierte und so zu Wohlstand und Einfluss gelangte.

Elefanten Fort Amber
Elefanten Fort Amber
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Die Fahrt von Jaipur nach Amber führt über kurvenreiche Straßen und die Bergketten des Aravalli-Gebirges. Das mächtige Fort steht auf einem schroffen Hügel ungefähr 11km von Jaipur entfernt am Jaipur-Delhi-Highway. Am Fuße des Hügels liegt der Maota See. Der Aufstieg zum Fort ist kein Problem und auch nicht schweißtreibend. In gut 20 Minuten ist man am Eingang. Wer es allerdings bequemer haben will, kann sich vom einem Elefanten hoch tragen lassen. Zwei aus unserer Gruppe haben das auch wahrgenommen. Uns war die Schaukelei zu viel, wir bevorzugten den Fußweg.

Die Palastanlage ist ein aus mehreren Höfen bestehender, treppenförmig ansteigender rechteckiger Komplex, der in mehreren Bauabschnitten entstand und als Zeugnis der kunstvollen Rajputen Architektur gilt. Der riesige Haupteingang, Suraj Pol, Sonnentor, führt zu einem offenen Hof, Jaleb Chowk, dem Platz, wo Pferde und Elefanten angebunden werden. An der Elefantenplattform steigen die Touristen wieder von den Elefanten ab. Südlich des Jaleb Chowk liegen die königlichen Paläste.

Eine steile Treppe führt uns zunächst zum Singh Pol, dem Löwentor, durch das wir die erste der 3 Hofanlagen betreten. Ein architektonisches Meisterwerk ist hier die öffentliche Audienzhalle, Diwan-i-Am, mit einem baldachinartigen Dach und einer Spiegeldecke.

Ganesh Pol Elefantentor
Ganesh Pol, Elefantentor
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Der Palast selbst liegt eine Etage höher. Wir betreten ihn durch das prächtige, dreistöckige Ganesh Pol, das Elefantentor. Der elefantenköpfige Gott Ganesha über dem Eingang ist als Patron von Klugheit und Wohlstand ein beliebtes Idol.

Mughal_Garten_mit_Festung_Jaigarh
Mughal Garten mit Festung Jaigarh
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Oberhalb des Ganesh Pol befindet sich dann der Jai Mandir, die private Audienzhalle, eine Säulenhalle mit Zackenbögen, hübschen Pflanzenmotiven an den Wänden und der bei den Rajputen beliebten Spiegeldekoration. Der Spiegelsaal Sheesh Mahal ist mit tausenden von kleinen Spiegeln und farbigen Gläsern ausgestattet. Oberhalb des dritten Innenhofes mit einem klassischen Mughal Garten haben wir einen schönen Blick auf das Jaigarh Fort, das oberhalb vom Amber Fort liegt.

Gegen 12.00 Uhr verlassen wir das Fort und fahren zurück nach Jaipur. Ein Besuch in einer Stoffdruckerei ist vorgesehen und findet auch statt, ist aber recht uninteressant, da wir schnell in eine Halle geführt werden, in der Teppiche ausgestellt und verkauft werden. Man bietet uns einen kleinen Snack und Getränke an und zeigt verschiedene Teppiche, die hier hergestellt wurden und natürlich verkauft werden sollen. Reiseleiter und alle Teilnehmer sind sich einig, dass man diesen Programmpunkt in Zukunft streichen sollte!

Chandra Mahal Stadtpalast Jaipur
Chandra Mahal Stadtpalast Jaipur
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Wesentlich interessanter wird es dafür am Nachmittag. Im Herzen von Jaipur liegt der Stadtpalast. Er nimmt ungefähr ein Siebtel des Areals der Altstadt ein. Er wurde 1729 - 1732 von Sawai Jai Singh errichtet und in der Folgezeit von seinen Nachfolgern erweitert. In der Öffentlichkeit ist er als City Palace bekannt. Heute ist er größtenteils Museum mit seltenen Malereien, Manuskripten und Waffensammlungen, während im kleineren Teil heute noch der Maharaja residiert. Alle Gebäude sind aus rotem Sandstein.Der Komplex ist von einer hohen Mauer umgeben und in eine Reihe von Höfen, Gärten und anderen Gebäuden aufgeteilt. Der prächtige Chandra Mahal ist noch immer die Residenz der früheren Herrscherfamilie.

Die Audienzhalle der Maharajas - Diwan-i-Khas - beherbergt die zwei bis heute größten Silbergefäße der Welt mit einer Höhe von 1,5 Meter.

Pfauentor
Pfauentor
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Besonders schön ist der Pfauenhof, dessen Mauern ein Mosaikrelief mit tanzenden Pfauen bedeckt. Kleine kunsthandwerkliche Kostbarkeiten sind die vier kleinen Tore, die mit Themen der vier Jahreszeiten geschmückt sind.

Die Tore sind das Peacock Gate mit Motiven von Pfauen über der Tür. Es stellt den Herbst dar. Das Lotus-Tor mit Blütenblättern zeigt den Sommer, das grüne Tor repräsentiert den Frühling und das Rosa Gate den Winter.

Jantar Mantar
Freilichtobservatorium Jantar Mantar
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Nach dem Besuch des Stadtpalastes gehen wir noch zum Freilichtobservatorium Jantar Mantar, das außerhalb des Palastkomplexes liegt. Es wurde 1728 vom Astrologenkönig Sawai Jai Singh II errichtet. Astronomie war eine lebenslange Obsession des Maharadschas in einer Zeit, in der nur wenige Prinzen den Luxus von geeigneten Instrumenten zur Bestimmung der Zeit hatten.

Das Observatorium ist das besterhaltene von insgesamt 5 Observatorien. Die ursprünglichen Messinginstrumente wurden wegen ihrer größeren Genauigkeit durch Steininstrumente ausgetauscht. Es sind Geräte zur Bestimmung der Ortszeit, der Höhe der Sterne und deren Konstellationen, der Neigung der Sonne, des Meridians und der Bestimmung von Finsternissen. Das Jantar Mantar in Jaipur ist nicht nur das größte seiner Art, sondern auch unerwartet exakt: auf unglaubliche zwei Sekunden genau misst hier die größte Sonnenuhr der Welt mit ihrem 32 m hohen Turm als Zeiger die Zeit anhand des Standes der hier nahezu immer scheinenden Sonne.

Jal Mahal Jaipur
Jal Mahal in Jaipur
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Gegen 16.00 Uhr sind wir wieder zurück im Hotel. Nun haben wir genügend Zeit, uns die nähere Umgebung anzuschauen. Direkt auf der anderen Straßenseite des Hotels liegt ein weiteres berühmtes Gebäude: Der Jal Mahal ist ein Palast aus dem 18. Jahrhundert. Er liegt mitten im Mansagar See, der vom gleichnamigen Damm gestaut wird, umrahmt von den Nahargarh Hills. Der Palast wurde von Sawai Pratap Singh erbaut und als Lustschloss und zur Entenjagd genutzt. Eigentlich ist er fünf Stockwerke hoch, vier davon befinden sich nach der Regenzeit jedoch unter Wasser. Während der Trockenperiode ist der See oft ausgetrocknet.

Eine Uferpromenade lädt zum Spazieren ein. Zahlreiche Händler bieten ihre Waren an. Leider nimmt man es mit der Sauberkeit mal wieder nicht so genau, denn das, was nicht mehr gebraucht wird, wird einfach in die Uferböschung gekippt.