Über Fatehpur Sikri nach Jaipur

Fr, 10.11.2017

Heute geht unsere Reise weiter über Fatehpur Sikri nach Jaipur, das sind insgesamt 260 km. Fatehpur Sikri liegt im Bundessataat Uttar Pradesh, Jaipur ist die Hauptstadt des Bundesstaates Rajasthan.

Etwa 40 km westlich von Agra liegt auf einem Hügel die verlassene Stadt Fatehpur Sikri, eine imposante Hinterlassenschaft des Mogulreiches. Sie besteht aus zwei getrennten Komplexen, dem Palastbereich und der südwestlich davon gelegenen Moschee.

Großmogul Akbar erbaute die Anlage von 1569 - 1574. Zu der Zeit lebte der berühmte Sheikh Salim Chishti in seiner Klause in Sikri. An diesen wandte sich Akbar, der bis dahin kinderlos geblieben war, um mit ihm um die Geburt eines Sohnes zu beten. Salim prophezeite ihm drei Söhne. Als ein Jahr später der erste Sohn (Jehangir) geboren wurde, ließ Akbar aus Dankbarkeit eine Moschee bauen. Die Bauarbeiten für Fatehpur Sikri - die Stadt des Sieges - begannen 1572 in Erinnerung an seine Siege in Südindien. Doch kaum gebaut, wurde der Herrschersitz schon wieder verlassen. Aus militärischen Gründen verlegte Akbar seine Residenz nach Lahore. Überdies reichten die Wassersysteme nicht aus, um den Hof und die Bevölkerung zu versorgen. Schon ab 1590 war Fatehpur Sikri eine tote Stadt, eine Geisterstadt. Der Wassermangel sorgte allerdings auch dafür, dass hier bis heute alles noch relativ gut erhalten ist. Keiner der späteren Herrscher und Eroberer Indiens hatten Interesse daran, hier zu wohnen oder gar die Stadt zu zerstören. Wegen ihres einzigartigen Stils zählt sie zum UNESCO Weltkulturerbe.

Fatehpur_sikri

Akbar war ein Herrscher mit großer religiöser Toleranz. So heiratete er als erster Mogul-Herrscher eine Hinduistin, eine Rajputen-Prinzessin aus Amber und eine moslemische Sultanin aus Istanbul. Alle drei Frauen hatten innerhalb der Palastanlagen ihren eigenen Bereich. Diese sind vollkommen unterschiedlich gestaltet. Es gibt noch gut erhaltene, mehrstöckige Paläste, Gärten, Wasserbecken, unzählige überdachte Gänge, und verwinkelte Erker, Treppen und Terrassen zu besichtigen. Man findet Figuren der Hindus und geometrische Muster des Islam.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Diwan-i-Am
Diwan-i-Am
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Der Hauptpalast heißt Jodh Bai Palast; ein 111 Meter langer, rechteckiger Vorhof ist von einer Terrasse umgeben. Mitten im Palastkomplex liegt die Audienzhalle Diwan-i-Am. Sie ist der prächtigste Raum. Hier findet man Bogengänge und kunstvoll mit Halbedelsteinen verzierte Gitter, hier empfing der Herrscher seine Untertanen. Das markanteste Gebäude der Anlage ist die private Audienzhalle Diwan-i-Khas. Die befindet sich inmitten eines weiten Innenhofs an der Nordwestecke des Diwan-i-Am. 

Tulsi Baum
Tulsi Baum
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Auf eine Besonderheit während unseres Rundgangs durch die Palastanlage macht der Reiseleiter aufmerksam: ein Tulsi Baum. Er ist eine der wichtigsten spirituellen Pflanzen der indisch-hinduistischen Kultur und den Göttern geweiht.

Portier Hotel Trident Jaipur
Portier Hotel Trident Jaipur
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Tulsi ist der Göttin Lakshmi geweiht und symbolisiert Schutz, Gesundheit, Fruchtbarkeit, Wohlstand, langes Leben und aphrodisische Kraft.  Allgemein heißt es, dass Tulsi Tempel, Haus und Familie vor Unheil schützt. 
Auf unserem Weg nach Jaipur durchqueren wir ein Vogelschutzgebiet, wir sehen Felder mit Zuckerrohr und Eukalyptusbäumen. Aber auch der Gemüseanbau wird hier groß geschrieben. Das Land ist zunächst flach, wird aber hügeliger, sobald wir uns den Ausläufern des Aravalli Gebirges nähern. Unser heutiges Domizil für zwei Nächte ist das Hotel Trident in Jaipur, wie alle Hotels zuvor luxuriös und ruhig mit schöner Gartenanlage und Swimmingpool.