Tempelkunst in Ranakpur - weiter nach Udaipur

Mo, 13.11.2017

Auf dem Weg nach Udaipur, wo wir übernachten werden, durchqueren wir heute die angeblich schönste Landschaft Rajasthans, das Aravelli Gebirge, einst beliebtes Jagdrevier der Maharadschas und noch Rückzugsgebiet seltener Tierarten.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Im Aravelli Gebirge
Im Aravelli Gebirge - Terrassenfelder
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Das Aravelli Gebirge verläuft über 600 km in Süd-Nordost-Richtung durch ganz Rajasthan. Es ist durchsetzt von kleineren, meist vor Jahrhunderten angelegten künstlichen Seen wie z.B. der Nakki See, der Pichola See oder der Pushkar See. Sie gewährleisteten in früheren Zeiten die Trinkwasserversorgung. Größere Flüsse gibt es im Bergland nicht.

Wasserschöpfanlage
Wasserschöpfanlage
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Die Felder sind meist terrassenförmig angelegt. In den felsigen und normalerweise wasserarmen Höhenzügen stoßen wir per Zufall auch auf eine schon als historisch zu bezeichnende Wasserschöpf-Anlage, ein begehrtes Fotomotiv. Das weiß auch der Bauer und er möchte natürlich ein Trinkgeld haben. Ebenso begegnet uns ein Elefant, der als Transporttier herhalten muss. Sein Besitzer nutzt die Gelegenheit und lässt den Elefanten mit Hilfe seines Rüssels Geldscheine einsammeln, die der ihm dann hoch reicht. Der kurz darauf erscheinende Kamelreiter will zwar kein Geld, lässt sich aber gerne fotografieren!

Tempelanlage Ranakpur
Tempelanlage Ranakpur
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Weitab vom Lärm der Städte und auch weitab von der Armut der Dörfer lernen wir die im 15. Jahrhundert erbauten Tempel von Ranakpur, versteckt in einem Tal des Aravelli Gebirges, kennen. Von Pilgern viel besucht, stehen sie für die Religion der Jains, für ihre Achtung vor allem Lebendigen, für ihre vor zweieinhalb Jahrtausenden begründete Lehre der Gewaltlosigkeit. Die Jainas leben in Askese und als strenge Vegetarier. Ihnen ist es verboten, einen Beruf auszuüben, der mit der Tötung von Tieren zusammenhängt. In ihren Tempeln gibt es kein elektrisches Licht, sondern nur kleine Öllämpchen. Helles Licht könnte Insekten anziehen, die dadurch getötet werden könnten. Wir als Touristen dürfen die Tempelanlagen nur ohne Schuhe betreten, es dürfen keine kurzen Hosen oder schulterfreie Kleidung getragen werden. Alle Gegenstände, die aus Leder oder Seide gefertigt wurden, letztlich also Gefertigtes aus dem Körper getöteter Tiere, müssen vorher abgelegt werden. Das wird am Eingang auch ganz streng kontrolliert, ebenso die Quittung für die Kameragebühr. Meine Tempelsocken, deren Unterseite aus Leder ist, müssen infolgedessen draußen bleiben.

Ranakpur
Ranakpur - in der Haupthalle
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Insgesamt gibt es mehrere Tempel, die dicht hintereinander stehen und alle über 500 Jahre alt sind. Der dreistöckige Haupttempel ist dem "Wegbereiter" der Jain -Religion, Adinath, geweiht. Der Innenraum ist ausgestattet mit 1444 unterschiedlich gearbeiteten Säulen, zahlreichen kleineren Schreinen und 29 geometrisch angeordneten größeren Hallen, alle mit Schnitzereien reich verziert und aus weißem rajasthanischen Marmor.  Das Innerste des Tempels, eine große Adinath Marmorfigur mit vier Gesichtern (Chaumukha) darf nicht fotografiert werden. Etliche Wächter wachen darüber und passen genau auf. Die Kuppeldecke der Haupthalle ist besonders sehenswert. Die Außenwände der Tempel zieren schöne Skulpturen, einige davon mit erotischen Darstellungen. Tipp des Reiseleiters: Ein kleiner Hügel neben der Tempelanlage ist ein guter Standort zum Fotografieren!

Zuschauer beim Picknick
Zuschauer beim Picknick
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Nach einer kleinen Mittagspause in einem nahe gelegenen Restaurant geht es weiter Richtung Udaipur. Doch eine kleine Überraschung gibt es noch: der Reiseleiter lädt zu einem Picknick mit selbstgefertigtem "Rum sour" (Rum, Orangensaft, Zitronen und Honig) ein, mitten auf dem Lande und inmitten von Wasserbüffeln und neugierigen Kuhhirten, die zum Schluss auch eine Tüte Chips abbekommen.

Die Unterkunft für die nächsten zwei Tage ist das Hotel Trident Udaipur, ein 5-Sterne Hotel am Ufer des Pichola Sees. Es bietet alle Annehmlichkeiten, die von dieser Hotelkategorie erwartet werden dürfen und wir werden nicht enttäuscht.