Xi'an: Stadtmauer, Kleine Wildganspagode, Altstadt

Samstag, 19. 04. 2014

Nach der Nacht im Schlafwagenabteil haben wir diese Nacht wieder bestens geschlafen und können ausgeruht den neuen Tag beginnen.

Wir treffen uns um 9.00 Uhr in der Hotelhalle. Draußen nieselt es und der Smog nimmt mal wieder jede Fernsicht.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Stadtmauer in Xian mit Turm
Stadtmauer in Xi'an mit Turm
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Als erstes machen wir einen Spaziergang auf der Stadtmauer von Xi'an. Sie ist die größte und heute vollständigste Stadtmauer in der Volksrepublik China. Dank umfangreicher Renovierungsmaßnahmen seit den 1980er Jahren ist die Stadtmauer auf der gesamten Länge begehbar und bildet einen 13,6 km langen Ring um die Altstadt Xi'ans. Alle 120 Meter befand sich ehemals ein Turm, der über die Stadtmauer herausragte. Heute sind nicht mehr alle erhalten. Die Stadtmauer hat vier große Tore, zu jeder Seite eines. Zu den ursprünglichen Toren sind 14 weitere hinzugekommen, um die Verkehrssituation in der Innenstadt zu verbessern. Früher gelangte man über Zugbrücken zu diesen Toren; morgens wurden die Tore nach einem Signal des Glockenturmes geöffnet, abends wurden die Zugbrücken nach einem Signal des Trommelturmes hochgezogen. Die Stadtmauer stammt aus der Zeit der Ming-Dynastie.

Kleine Wildganspagode
Kleine Wildganspagode Xi'an
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Weitere Sehenswürdigkeiten in Xi'an sind die Große und die Kleine Wildganspagode. Die bekannteste und älteste der beiden ist die Große Wildganspagode, die auf das 7. Jahrhundert zurückgeht. Ihr Pendant, das wir besuchen, ist die Kleine Wildganspagode, die ein Jahrhundert jünger ist und ebenso wie ihre große Schwester der sicheren Aufbewahrung indischer Sutren diente. Der Indienpilger Xuanzang hatte die Schriften im 7. Jahrhundert aus der Heimat des Buddhismus mitgebracht. Die buddhistische Pagode ist aus Ziegelstein gebaut und hatte ursprünglich 15 Stockwerke. Aufgrund eines Erdbebens sind nur noch 13 Stockwerke übrig geblieben.

studio of chinese calligraphy
Einf�hrung in die Geheimnisse chinesischer Schriftzeichen
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Im Park der Pagode befindet sich ein Souvenirshop mit angrenzendem Übungsraum, in dem wir in einem Schnellkurs in die Geheimnisse chinesischer Schriftzeichen eingeführt werden. Eine schöne Abwechslung, die viel Spaß gemacht hat!

Danach steht wieder der Besuch eines Freundschaftsladens an, dieses Mal werden wir in eine Jadeschleiferei geschleppt. Man erklärt uns, wie man echte von unechter Jade unterscheiden kann und natürlich können wir in einem riesigen Verkaufsraum wahre Jade-Kunstwerke bestaunen und auch nach Belieben kaufen - wer denn Lust verspürt und sich ein Andenken mitnehmen möchte.

Mittlerweile hat der Nieselregen aufgehört und wir können die Schirme vorerst einpacken. Ein Spaziergang durch die Altstadt von Xi'an führt uns zur Großen Moschee. Sie liegt mitten in Xi'ans großem Moslemviertel, dem einzigen, noch intakten Stück der Altstadt. Statt Minarett undnach oben Kuppel besitzt die Moschee große Ähnlichkeit mit einem buddhistischen Tempel. Das Gebetshaus wurde im Jahr 742 erbaut, als sich arabische Händler in China ansiedelten und vielfach Mischehen mit Chinesinnen eingingen. Die Gebetshalle ist nur für Muslime zugänglich.

Glockenturm
Glockenturm Xi'an
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Die Gassen, die alle zur Moschee führen, dienen als Antik- und Flohmarkt, es gibt jede Menge Garküchen und auch einige Galerien. Wir haben genügend Freizeit, uns hier in Ruhe umzuschauen. Alles sieht sehr bunt und farbenfroh aus. Die Spezialität von Xi´an sind gesalzene Walnüsse, die erst angeknackt und dann in großen Bottichen mit heißem Steinsalz gewälzt werden. Wir bevorzugen (und kaufen) Datteln! Wir schlendern weiter, folgen dem Straßenverlauf und kommen zum Glockenturm, ein stattliches Gebäude, welches das geographische Zentrum der alten Hauptstadt kennzeichnet. Der Turm liegt genau auf dem Kreuzungspunkt der Nordsüd- und der Westostachse. Der Holzturm ist 36 m hoch und steht auf einem Podest aus Ziegelsteinen. Weiter in Richtung West, stoßen wir auf den Trommelturm, ein weiteres Relikt der historischen Entwicklung Xi’an’s. Beide Türme sind abends erleuchtet, ein wahrer Genuss für das Auge! Leider kamen wir an diesem Abend nur mit dem Bus hier vorbei und der konnte nicht halten, um Aufnahmen zu machen. Schade!

Teigtaschen Spezialit�ten
Teigtaschen Spezialitäten
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Reisschnaps,abgefüllt in Terrakottafiguren
Reisschnaps, abgef�llt in Terrakottafiguren
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Am heutigen Tag gibt es noch zwei wirkliche Highlights: da ist zunächst das Spezialitäten-Essen um 18.00 Uhr, das die Reiseleiterin organisiert hat. Xi'an ist bekannt für seine Teigtaschen. Teigtaschen in allen Größen, Farben und Formen mit unterschiedlichen Füllungen werden zu ganzen Menus kombiniert. So haben einige die Form von Enten und sind mit Entenfleisch gefüllt. Wir kosten die ganze Palette durch, mal mit Nüssen, Schweinefleisch, diversen Gemüsen, Fisch und auch mit süssen Füllungen, alles zum Preis von 100 Yuan/Person ( ca. 12 €/April 2014), dazu Hans-Bier, das von einer deutschen Brauerei abstammt und hier gebraut wird sowie Reisschnaps, der in einer Flasche abgefüllt ist, der die Form einer Terrakotta-Figur hat (siehe Bild!).

Themenpark xian
Wasserfont�nen im Themenpark in Xi'an
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Das letzte Highlight des Tages ist eine Lichterfahrt durch das nächtliche Xi'an (120 CYN/Person). Dazu muss man wissen, dass Xi'an in Anlehnung an die einstige Tang-Dynastie einen großen Themenpark "Tang Paradise" angelegt hat. Das ist eine riesige Anlage, die alles enthält, was man sich so für Kultur und Freizeit vorstellen kann. Abends wird alles festlich erleuchtet, Denkmäler, die von 30 m hohen Säulen umrandet sind, erstrahlen in vollendeter LED Technik, wobei sie sich ständig verändern. Um 20.00 Uhr stehen wir mitten in einer riesigen Menschenmenge und bestaunen farbige Wasserfontänen, die aus unzähligen Rohren auf einer Fläche, die sicher mehrere Fußballfelder groß ist, emporschießen. Die Musik, die dazu aus überdimensionalen Lautsprechern ertönt, reicht von Beethovens Ode an die Freude, Wiener Melodien der Familie Strauß, Musik aus Musicals bis hin zum Radetzkymarsch. Das Ganze begeistert nicht nur uns, sondern auch zig-Tausende Chinesen um uns herum.nach oben

Schade, dass wir auf der Rückfahrt zum Hotel keine Möglichkeit haben, am festlich illuminierten Glocken- bzw. Trommelturm einen Fotostopp einzulegen. Dennoch: Ein sehr schöner Tagesabschluss!!