Beijing: Himmelstempel und Große Mauer

Mittwoch, 16. 04. 2014

Wir haben bestens geschlafen, fühlen uns ausgeruht und gehen um 7.15 Uhr zum Frühstück in das Restaurant des Hotels. Das Frühstück ist reichlich und zum Teil im "Western Style" gehalten: Neben diversen Cerealien gibt es Eierspeisen, Wurst, verschiedene Brotsorten, Marmeladen und Kuchen, dazu einen starken Kaffee bzw. Tee. Daneben kommen die chinesischen Gäste auch auf ihre Kosten: Die Auswahl hier reicht von Fisch- und Fleischsuppen mit Glasnudeln, über gefüllte Dampfnudeln und verschiedene Salate bis hin zu Kuchen und Süßspeisen auf Reisbasis. Alle Speisen sind appetitlich hergerichtet. Alles in allem ein guter Auftakt für den Tag!

Treffpunkt ist um 9.00 Uhr im Foyer des Hotels. Erfreulicherweise sind alle Teilnehmer pünktlich, Lucy, die örtliche Reiseleiterin, ist auch da, so dass wir per Bus direkt unser erstes Ziel, den Himmelstempel, ansteuern können.

Der Himmelstempel befindet sich in einem schönen Park im Bezirk Xuanwu in der Südstadt und er ist das Wahrzeichen Beijings, seit 1998 UNESCO-Welterbe. Er wurde im Jahre 1421 zusammen mit dem Kaiserpalast, unter Kaiser Yongle, errichtet und diente den Kaisern der Ming und Quing Dynastien dazu, einmal im Jahr hier für eine gute und ertragreiche Ernte zu beten. Dies war für das ganze Volk eine wichtige Tradition.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

südliches Tor Himmelstempel
Südliches Tor Himmelstempel
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Schattenboxen
Schattenboxen (Tai Chi)
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Wir betreten die Anlage durch das Südtor (South Gate - Zhaoheng Men). Hier treffen wir zuerst auf einige Gruppen von Leuten, die sich im chinesischen Schattenboxen (Tai Chi) üben, ursprünglich eine Kampfkunst für den bewaffneten oder unbewaffneten Nahkampf. Daraus ist im Laufe der Zeit eine Bewegungslehre oder auch Gymnastik entstanden, die  der Gesundheit, der Persönlichkeitsentwicklung und der Meditation dienen kann und soll. Mehrere Millionen Menschen praktizieren täglich diese Form der Bewegungsübung.

Wasser-Kalligraphie
Wasser-Kalligraphie
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Daneben sehen wir einen alten Mann, der sich in der Kunst der Wasser-Kalligraphie übt. Alte Gedichte werden mit Wasser und einem Pinsel auf Stein geschrieben. Ein solches Kunstwerk hat nur eine geringe Haltbarkeit, vor allem bei heißem Wetter. Trotzdem ist diese Kunst in China sehr beliebt, einerseits wird das Gedächtnis trainiert, da man die Gedichte meist auswendig beherrschen muss, andererseits aber auch die Hand und die Schrift, da der Pinsel exakt geführt werden muss.

Im südlichen Teil der Tempelanlage treffen wir zuerst auf die "Halle des Himmelsgewölbes", eine kreisrunde Tempelhalle. Die Halle ist umgeben von der „Echomauer“, einer absolut glatten und exakt kreisförmigen Mauer. Durch ihre runde Form werden Schallwellen an der Mauer entlanggeführt und können überall an der Mauer wahrgenommen werden. Die südliche Halle diente zusammen mit der dreistufigen Marmorterrasse als Altar während der Wintermonate.

Himmelstempel
Himmelstempel: Halle des Ernteopfers - Wir sind nicht die einzigen Touristen!
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Blickfang der Gesamtanlage ist die nördliche Halle, "Halle des Ernteopfers" oder auch "Halles des Erntegebets", die den Betrachter wegen ihrer perfekten Proportionen einnimmt. Sie ist 38 m hoch und 30 m im Durchmesser, steht auf drei Terrassen und hat ein dreistufiges Dach. Die drei Dächer sind mit 50.000 blauen Glasurziegeln bedeckt und von einer goldenen Perle gekrönt. Zierliche Dekorationen sind auf den Balustraden zu sehen. Im Inneren sieht man, dass das Dach von vier Säulen getragen wird. Diese repräsentieren die vier Jahreszeiten. Die nächste Runde besteht aus zwölf Säulen, die für die zwölf Monate stehen, während die äußeren zwölf Säulen die zwölf Doppelstunden des Tags symbolisieren. Jedes Jahr nach der Ernte ließ der Kaiser hier vor allem Tiere, Weihrauch, Wein, Jade und Seide opfern.

Die Marmorterrasse, sowie die nördliche und südliche Halle stehen auf einer Nord-Süd-Achse nach obenim Zentrum der gesamten Anlage. Die Hallen sind durch die 360 Meter lange Danbi-Brücke miteinander verbunden. Die gesamte Tempel-Achse mit Terrasse und Hallen ist 1200 Meter lang und wird von alten Bäumen flankiert.

In einem Perlenladen
Besuch eines Freundschaftsladens, hier ein Perlenladen
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Der nächste Besichtigungspunkt des heutigen Tages ist der Besuch eines sogenannten Freundschaftsladens, der Perlenladen Hua Heng Xuan Pearl. Solche Besuche sind von den örtlichen Agenturen vorgegeben und dienen dem Kennenlernen von chinesischem Kunsthandwerk und dem möglichen Erwerb von Souvenirs und Geschenken. In der Regel können wir uns in solchen Läden in Ruhe umschauen, werden nicht von aufdringlichen Verkäufern belästigt und gehen bei einem etwaigen Kauf nicht das Risiko ein, Fälschungen oder minderwertige Ware angedreht bekommen zu haben. Die Zahl der Besuche solcher Freundschaftsläden hielt sich bei dieser Reise erfreulicherweise sehr in Grenzen.

Nach dem Besuch des Perlenladens findet in einem speziellen Restaurant ein gemeinsames Mittagessen statt. Bei diesem Restaurant handelt es um ein Restaurant eines Touristenhotels. Das kommt auf der Reise häufiger vor. Hier gibt es ein teilweise auf europäische Geschmäcker hergerichtetes Buffet mit verschiedenen Fisch- und Fleischsorten, dazu bekommt jeder Teilnehmer ein Getränk gereicht. Im Nebenraum des Restaurants, der mindestens fünfmal so groß wie das Restaurant ist, befindet sich ein Souvenirladen mit viel Kitsch und Krempel. Durch diesen Laden muss man natürlich gehen, um wieder zum Bus zu kommen.

Badaling
Badaling
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Das Highlight des Nachmittags ist der Besuch der Großen Mauer in Badaling, der stadtnächsten Stelle - das sind ca. 80 km vom Stadtkern Beijings entfernt. Der Besuch ist mit Absicht auf den späteren Nachmittag verlegt; dann, wenn die meisten Touristen schon auf dem Rückzug sind. Das ist sehr begrüßenswert, denn so können wir die Mauer so richtig "genießen". Es ist übrigens unser zweiter Besuch, wir waren 1998 schon einmal hier. Da war Badaling noch nicht so touristisch ausgebaut wie heute!

Große Mauer
Spaziergang auf der Großen Mauer
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In China heißt die Große Mauer  Lange Mauer, denn sie ist wirklich sehr lang. Alle Mauerabschnitte zusammengerechnet erreicht die Große Mauer eine Länge von fast 7000 Kilometern. Zum Vergleich: die Entfernung zwischen den europäischen Städten Moskau und Lissabon beträgt rund 3.400 Kilometer.  Die Große Mauer ist eine alte Grenzbefestigung, die das chinesische Kaiserreich vor Aggressoren aus dem Norden schützen sollte. Sie ist 7,5 Meter hoch und 4 Meter breit und besteht aus Teilstücken. Wir besteigen ein Mauerstück, das 1750 Stufen haben soll. Die Treppenstufen sind unterschiedlich hoch - die Stufenhöhe schwankt zwischen 20 cm und 40 cm , bei einigen Abschnitten sind es mehr als 60 cm Höhe - und der Aufstieg ist etwas mühsam. Hinter jedem Teilstück befindet sich ein kleiner Turm, vermutlich ein Wachturm.

Einen Sonnenuntergang auf der Großen Mauer zu erleben, ist uns nicht vergönnt. Die Sonne versteckt sich hinter einer Wolkenwand. Deshalb werden wir hier nicht länger bleiben. Doch vor der Abfahrt gibt es zum krönenden Abschluss dieses Besuches auf der Mauer ein Glas Wein, Obst und Snacks! Super!

Das Vogelnest
Das Vogelnest bei Nacht
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Auf dem Rückweg zum Hotel legen wir noch einen Fotostopp am Symbol der chinesischen Neuzeit ein: Das Nationalstadion "Vogelnest" zählt seit der olympischen Eröffnungsfeier 2008 zu den bekanntesten Bauwerken nach obenChinas und ist abends in wechselnden Farben beleuchtet!

Gegen 21.00 Uhr sind wir wieder im Hotel. Ein erlebnisreicher Tag geht zu Ende!!