Beijing: Der Sommerpalast am Kunming-See


Dienstag, 15. 04. 2014

Vereinbarungsgemäß erwarten uns nach der Zoll- und Passkontrolle die ständige sowie die örtliche Reiseleitung, gut zu erkennen am China Tours-Schild. Unsere Reisegruppe besteht aus 19 Teilnehmern. Wir werden zu einem bereitstehenden Bus gebracht, der auch unsere Koffer aufnimmt. Im Bus muss dann die Reiseleiterin feststellen, dass zwei Personen fehlen. So wird Lucy, die örtliche Reiseleiterin, erst einmal auf die Suche nach den vermissten Teilnehmern geschickt. Schließlich werden sie gefunden und mit halbstündiger Verspätung kann die Busfahrt losgehen. Vor 12.00 Uhr können wir das Hotelzimmer nicht beziehen, deshalb geht die Fahrt zunächst zum Sommerpalast.

Der erste Eindruck von Beijing, nachdem wir das Flughafengelände verlassen haben, ist enttäuschend: Schnell stehen wir in einer endlos scheinenden Autoschlange und müssen uns fast 2 Stunden durch den Verkehr quälen nach dem Stopp-and-Go Prinzip, bis wir am Sommerpalast ankommen. Beijing hat sich - das stellen wir sofort fest - radikal verändert. Wir waren zuletzt 1998 hier, damals sahen wir auf den Straßen überwiegend Fahrräder - heute Auto an Auto, dazu hat der Smog die chinesische Hauptstadt voll im Griff! Eine Woche vor unserer Ankunft war der Index für den besonders gefährlichen Feinstaub auf 426 – das ist das 17-Fache des von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Grenzwertes - gestiegen!

Wie wir von der Reiseleitung erfahren, kommen auf 20 Millionen Einwohner schon 5 Millionen Fahrzeuge. Um den Verkehr zu reduzieren, werden monatlich nur noch 20.000 neue Autos über eine Lotterie zugelassen und darf ein Auto, je nach Nummer, einmal in der Woche nicht benutzt werden. Aber mit diesen Maßnahmen allein ist es nicht getan. Den Pekingern fehlen auch die Parkplätze. Zudem haben sich die Tarife in stark frequentierten Stadtteilen derart erhöht, dass Stellplätze über das Jahr gesehen teurer sind als ein Auto kostet. So wird für manchen Pekinger trotz wachsenden Wohlstands der Traum vom Auto zum Albtraum!

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Marmorschiff
Das Marmorschiff
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Unser Ziel, der Sommerpalast, liegt rund 12 km nordwestlich vom Stadtzentrum und ist mehr Park als Palast. Die Chinesen nennen ihn gar nicht Sommerpalast, sondern "Garten des Friedens und der Harmonie im Alter". Den im Westen bekannten Namen erhielt die 290 km² große Anlage mit Berg und See von den westlichen Diplomaten, die zum Ende der Qing-Dynastie immer häufiger in den Nordwesten der Stadt pilgern mussten, wenn sie eine offizielle Angelegenheit mit dem Hof zu klären hatten. Denn die schon alte Kaiserinwitwe Cixi, die de facto das chinesische Reich regierte, zog sich immer häufiger hierher zurück, um der Pekinger Sommerhitzenach oben zu entgehen – in ihrem Garten. Sie war es auch, die den Bau des steinernen und somit völlig seeuntüchtigen Marmorschiffes in Auftrag gegeben hat, das am Ufer des Kunming-Sees liegt. Sie verwendete dazu Gelder, die an sich für den Aufbau einer Flotte bestimmt waren. Auf dem luxuriösen Marmorschiff wurden Festlichkeiten des Kaiserhauses abgehalten.

Wandelgang Sommerpalast
Wandelgang mit Motiven aus der chinesischen Literatur
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Zu den Attraktionen zählt auch der über 700 m lange Wandelgang, der mit unzähligen Motiven aus der chinesischen Literatur und Landschaftsmalerei bemalt ist. 

Palasttheater
Palasttheater
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Nach einem ausgedehnten Rundgang durch die Palast- und Gartenanlage mit reichlich Fotografiermöglichkeiten - leider ist es sehr diesig- treffen sich alle Reiseteilnehmer um 11.30 Uhr am Marmorschiff. Von hier geht es zum nahegelegenen Busparkplatz und von dort zum Hotel. Doch unsere Zimmer sind noch nicht fertig. Daher nehmen wir zuerst unser gemeinsames Mittagessen in einem Restaurant in Hotelnähe ein, bevor wir dann gegen 14.00 Uhr unsere Zimmer beziehen können. Unser 4-Sterne Hotel heißt "Holiday Inn Temple of Heaven" und liegt im Süden der zweiten Ringstraße. Zimmer und Bad machen einen ordentlichen, sauberen Eindruck, Zahnputzwasser, Tee und Kaffee sind vorhanden. Das freundliche Personal spricht verständliches Englisch. Wir sind bis jetzt rundherum zufrieden.

Nachmittag und Abend stehen zur freien Verfügung. Wir nutzen die Zeit, um am Automaten im Hotel Geld einzutauschen und einen ausgedehnten Spaziergang in Hotelnähe zu machen. Getränke werden auch noch eingekauft und dann im Zimmer eine EMail an die Lieben zu Hause geschrieben. Das LAN funktioniert und ist schnell!! Was will man mehr. nach obenZum Abendessen gegen 18.30 Uhr gönnen wir uns im Hotel-Restaurant einen Burger mit Beef und French Fries, dazu ein leckeres Bier. Dann geht's zurück aufs Zimmer und alsbald ist Nachtruhe angesagt, schließlich war in der letzten Nacht im Flieger nicht viel mit Schlafen drin! Erstmal gute Nacht!

Hotel:

Holiday Inn Temple of Heaven ****

1, Ding An Dong Li Road, Fengtai District, 100075 Beijing