Die Reisterrassen von Longsheng

Mittwoch, 30. 04. 2014

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergr��ern sich beim Anklicken!

Reisterrassen bei Longsheng
Reisterrassen bei Longsheng
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Heute fahren wir nach Longsheng,  eine kleine Ortschaft im Norden des Autonomiegebiets Guangxi und Ort einer der eindrucksvollsten Kulturleistungen Chinas: Die Menschen der Zhuang- Dong-, Miao- und Yao-Minderheit legten hier über Jahrhunderte grandiose Reisterrassen an und formten so die Landschaft, Monumente bäuerlichen Fleißes. Ganze Hänge wurden auf diese Weise landwirtschaftlich nutzbar gemacht. Über viele Quadratkilometer schlängeln sich die Terrassen wie ein Drachen um die Berghänge. Es gibt Höhenunterschiede von 1000 m und mehr auf wenige Kilometer Distanz.

Wohnhaus einer Familie der Yao Minderheit
Wohnhaus einer Familie der Yao Minderheit
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Abfahrt per Bus nach Longsheng ist um 11.30 Uhr. Die Koffer werden im Bus bleiben, denn nur das Allernötigste für die Übernachtung in den Reisterrassen kann mitgenommen werden. Es empfiehlt sich in jedem Fall, wenigstens ein T-Shirt/Hemd und Wäsche zum Wechseln dabei zu haben, denn die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch, man kommt stark ins Schwitzen und 2 Stunden bergauf sind zu meistern. Ein Schlafsack - wer denn einen dabei hat - kann auch nicht schaden, es gibt keine Heizung in den Zimmern und es ist kalt.

Frau der Yao Minderheit
Frau der Yao Minderheit
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2 Stunden Busfahrt sind es in die Berge nach Longsheng, vorbei an vielen kleinen Dörfern. An einer Art Grenzstation - Ticket Office of Longji Terraced Scenic Area - müssen wir aussteigen und die reservierten Tickets für die weitere Fahrt mit einem anderen, kleineren Bus abholen. Wir fahren nochmals eine weitere Stunde in die Berge. Die ersten Reisterrassen erscheinen. Am Parkplatz in Jinjiang angekommen scharen sich sofort etliche Yao-Frauen um uns und wollen unsere Rucksäcke tragen. Dazu haben sie extra große Kiepen auf ihren Rücken geschnallt. Dieter will seinen Rucksack alleine tragen, ich (Anita) möchte lieber "unbeschwert" sein - vielleicht bin ich auch nur zu faul - und ich lege meinen Rucksack in die Kiepe einer Yao-Frau. Natürlich kostet das Hinauftragen etwas: 30 CYN (= 3,60 €). Die Yao-Frau freut sich und ich freue mich.  nach obenBesonders auffallend bei den Frauen dieser Volksgruppe ist ihre Haarpracht. Die Haare sind teilweise länger als die Körpergröße und zeigen je nach Frisur, ob die Frau ledig oder verheiratet ist, ob sie Kinder hat oder noch nicht. Die Haarpracht ist meistens versteckt unter ihrem Kopfschmuck.

Gasthof_Meijinglou
Gasthof Mei Jing Lou
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Blick in die Küche
Blick in die Küche
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Die knapp zweistündige Wanderung führt uns durch kleine Siedlungen, über steile Wege und viele, viele Treppen 500 m höher hinauf zum Gasthof Mei Jing Lou. Hier treffen gegen 17.30 Uhr auch die letzten Reiseteilnehmer ein. Der Gasthof ist recht einfach eingerichtet. Im Erdgeschoss befindet sich der Aufenthalts- und Speiseraum, darüber sind die Zimmer mit Fernseher, Schreibtisch und zwei Betten. Abgetrennt ist ein Waschraum mit einem Waschbecken, einer Toilette und einer offenen Dusche. Weder Toilette noch Dusche haben in unserem Zimmer (Nr. 209) so richtig funktioniert, aber das haben wir einfach in Kauf genommen.

der jüngste Spross der Gastfamilie
Der jüngste Spross der Gastfamilie
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Straßen gibt es hier oben nicht, alles muss mit Maultieren hochtransportiert werden. Um 18.00 Uhr gibt es ein einfaches, aber schmackhaftes Essen. Wir dürfen bei der Zubereitung des Essens in der Küche zusehen und auch nach Belieben fotografieren. Die Gastleute sind überaus freundlich. Gerne lassen sie auch ihr jüngstes Familienmitglied ablichten.

Die Reisterrassen wurden vor mehr als 700 Jahren angelegt. Im Volksmund heißen sie "Terrassen des Drachenknochens". Die meisten Felder sind ziemlich klein. Die größte Parzelle soll nicht mehr als 0,04 ha messen, das sind 400 m². Im späteren Frühjahr werden sie geflutet.