Von Lijiang nach Dali - Besuch der Bai-Minderheit

Samstag, 26. 04. 2014

Heute starten wir erst um 10.00 Uhr zur Weiterfahrt nach Dali. Die Entfernung beträgt rund 190 km. Dali liegt 1980 m hoch am Er-See (Ohr-See, Er Hai). Der See ist benannt nach seinem ohrförmigen Umriss.

Dali ist der Mittelpunkt zweier alter Handelsstraßen. Die eine ist die südliche Seidenstraße, die nach Burma und Afghanistan führte, die andere ist die sogenannte Tea-Horse-Straße, die Tee-Pferde-Straße. Auf ihr wurde Tee mit Pferden nach Indien und Tibet transportiert, der größere Teil nach Tibet und der kleinere Teil nach Indien, wo es vor 1830 noch keinen Tee Anbau gab. Eine solche Reise dauerte in der Regel 5 - 6 Monate. Pferde aus Tibet wurden in China vor allem für die Armee gebraucht.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Wohnstube Bai Minderheit in Dali
Blick in den Wohnbereich eines Wohnhauses der Bai-Minderheit
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Auf dem Wege dorthin kommen wir an zahlreichen kleinen Dörfern und vielen Feldern vorbei. In Dali wird hauptsächlich Tee angebaut, es gibt aber auch Felder mit Reis, Getreide, Soja, Mais, Kartoffeln und Tabak! Und sogar Knoblauchfelder. Wir machen Bekanntschaft mit einer weiteren Minderheit, den Bai, die im Gebiet um den Er See wohnen und über deren Lebensgewohnheiten uns der örtliche Reiseführer einiges erzählt. Bei den Bai gehen die Frauen arbeiten und versorgen ihre Männer. Wir spazieren durch ein Dorf und erleben Landidylle pur: verwinkelte Gassen, bunt bemalte Hauseingänge, herrlich gestaltete Torbögen und alte Tempel. Die Torbögen sind aus Marmor, der aus Dali stammt. An den Torbögen konnte man früher den Reichtum einer Familie erkennen. Hinter den Torbögen verbergen sich 4 Häuser/Wohnungen, die allesamt bis zur Kulturrevolution nur einer einzigen Familie gehörten.

Bai heißt übersetzt "weiß" und die Bai-Leute nennen sich auch "white people", weil weiß ihre Lieblingsfarbe ist. Von der Kopfbedeckung der Bai-Frauen baumelt eine weiße Quaste. Die Länge der Quaste gibt Auskunft über den Familienstand der Frau. Geht die Quaste bis an die Hüfte, ist die Frau nicht verheiratet. Eine kurze Quaste bedeutet, sie ist schon vergeben. Das ist eine nach obenwichtige Information für die Männer. Denn wer die Quaste einer unverheirateten Frau absichtlich berührt, möchte sie auch heiraten! Bai-Mädchen sind wegen ihrer Schönheit berühmt. In China sind sie bekannt als "golden flowers". Was den Kinderwunsch angeht, so gilt für Chinas Minderheiten keine Ein-Kind-Politik.

Die Drei Pagoden in Dali
Die Drei Pagoden in Dali
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Nach dem Besuch im Dorf der Bai-Minderheit fahren wir weiter bis Dali und besuchen hier die wichtigste Sehenswürdigkeit, das Chong-Sheng-Kloster mit seinen Drei Pagoden.  Die Mittelpagode ist 69 m hoch und hat 16 Stockwerke. Die beiden kleineren, später erbauten achteckigen Pagoden sind jeweils 42 m hoch und haben 10 Stockwerke. Für Fotofreunde wichtig: Die Drei Pagoden spiegeln sich malerisch in einem kleinen Teich, der von bunten Blumen umgeben ist.

Unser Hotel in Dali ist das Dali Royal Hotel. Unser Zimmer dort ist komfortabel, das Frühstück opulent, fast ein Mittagsbuffet. Zu Fuß vom Hotel in die Dali Ancient City sind es ca. 20 Minuten, wobei ein großer Marktplatz zu durchqueren ist. Unser heutiges gemeinsames Abendessennach oben findet in einem Lokal in der "Langnasenstraße" statt. Nach dem Abendessen bummeln wir noch gemütlich durch den Ort zurück zum Hotel.

Hotel:

Dali Royal Hotel

Zhonghe Archway, Sanyue Street, 671003 Dali