Granada - Stadt der Mauren

Do, 02.10.2014

Der heutige Morgen steht ganz im Zeichen des Besuches der Alhambra. Wir verlassen unser Hotel um 8.30 Uhr. Zur Besichtigung der Nasridenpaläste ist nur eine genau begrenzte Besucherzahl pro Tag im Halbstundenrhythmus zugelassen. Unser Einlass ist für 9.00 Uhr terminiert. Pedro, unser spanischer örtlicher Reiseleiter, der fließend deutsch spricht, erwartet uns bereits!

Die Alhambra, benannt nach der rötlichen Farbe ihrer Mauern (arab: qa'lat al-Hamra', Rote Burg), liegt auf dem al-Sabika-Hügel am linken Ufer des Darro-Flusses im östlichen Teil der Stadt Granada. Die Alcazaba, die Zitadelle, bildet zusammen mit den Roten Türmen den ältesten Teil der Alhambra und geht auf das 9. Jahrhundert zurück. Die Palacios Nazaries (Nasriden-Paläste) und Generalife wurden im 13. und 14. Jahrhundert unter den Sultanen Ismail I, Jussuf I, und Mohammes V gebaut und von den katholischen Königen später ergänzt oder umgebaut. 1526 beauftragte Karl V. den Hofarchitekten Pedro Machuca mit dem Bau seines Palastes im Renaissancestil (Palast Karls V.). Ein Teil der Alhambra fiel dem Bau zum Opfer. Die rechteckige Anlage mit dem runden Innenhof wurde nie vollendet.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Palast Karl V.
Palast Karl V.
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Unsere Besichtigung beginnt im Palast Karls V., im runden Innenhof. Karl V., der in Cordoba den Bau der Kathedrale innerhalb der Moschee veranlasst hatte, wollte Granada zu seinem Regierungssitz machen und ließ deshalb direkt neben den Nasriden-Palästen einem monumentalen Palast für sich errichten. Finanziert wurde der Bau durch eine Sondersteuer der in Granada verbliebenen Mauren. Nach Jahrhunderten als Bauruine bekam der Palast im 20. Jahrhundert ein Dach und seit 1958 befinden sich darin Museen.

Deckenverzierung im Mexuar-Saal
Deckenverzierung im Mexuar-Saal
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Nach Vorzeigen der Eintrittskarten kommen wir nun in die eigentlichen Nasridenpaläste. Sie umfassen drei voneinander unabhängige Baudenkmäler: im Mexuar befanden sich die Justizverwaltung und das Büro für Staatsangelegenheiten, hier empfingen die Könige ihre Untertanen zur Audienz.

Komares-Fassade im Mexuar-Hof
Komares-Fassade im Mexuar-Hof
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Der Palacio de Comares (Komares-Palast) war die offizielle Residenz des Königs. Die filigranen Stuckarbeiten und die vielfarbigen Fliesen verleihen dem Palast eine einzigartige Schönheit. Der Palast wurde angelegt um den Patio de los Arrayanes, den Myrtenhof. Licht, Luft, Wasser und das Grün der Bepflanzung sind wohl einmalig schön, beliebtes Fotomotiv die Spiegelung des Komarenturms im Wasser. Der Wasserzulauf des Brunnens am jeweiligen Ende des kleinen Teiches wurde exakt so angelegt, dass das einfließende Wasser absolut keine noch so kleine Welle auf dem Teich hinterlässt. Nur so kann es auch wirklich immer die perfekte Spiegelung im Wasser geben.

Myrtenhof
Myrtenhof
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Der Myrtenhof gilt übrigens als Modell des typisch grenadinischen Innenhofes. Der Botschaftersaal mit seinen kunstvollen Stuck- und Fliesenarbeiten ist der prachtvollste Raum des Palastes.

Der Palacio de los Leones, der Löwenpalast, beherbergte die königlichen Privatgemächer. Hier lebte der Herrscher mit seiner Familie (Haremsbereich), hier fand kein Protokoll statt. Der Löwenhof ist wohl der am meisten fotografierte Teil der Alhambra. Den Namen verdankt dieser Hof mit seinen 124 Säulen den zwölf wasserspeienden  Löwen in der Mitte. Sie symbolisieren die 12 Tierkreiszeichen, die zwölf Monate. Vom Löwenhof gelangen wir nacheinander in den Saal der zwei Schwestern, in den Saal der Könige und den Saal der Bogenfenster. Blickpunkt im Saal der zwei Schwestern ist die Stalaktitenkuppel.

Im Löwenhof
Löwenhof
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Wir sind mittlerweile schon einige Stunden im Palast und immer wieder gibt es Neues zu entdecken. Schwer, das alles am Ende noch auseinandernach oben zu halten, was wo war. Aber die Alhambra ist eben ein unbedingtes Muss, wenn man in Granada ist. Schade nur die vielen, vielen Besucher, die natürlich auch nach den besten Plätzen für schöne Fotos suchen. So hält es äußerst schwer, ein Foto ohne Menschen hinzukriegen!

Wasserspiele im Generalife
Wasserspiele im Generalife
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Schlusspunkt der Besichtigung ist der Generalife, einer der ältesten noch erhaltenen  maurischen Gärten. Sein Name leitet sich von den arabischen Wörtern gennat alarif ab und bedeutet soviel wie Garten des Architekten. Im obersten Teil liegt die Sommerresidenz. Ein Spaziergang durch die prachtvolle Gartenanlage ist ein wohltuender Ausklang des Alhambra-Besuches.

Die Mittagspause verbringen wir in der Stadt. Isabel, unsere Reiseleiterin, hat ein paar gute Restaurant-Tipps in Rathausnähe.

Für den Nachmittag steht noch eine Besichtigung der Königlichen Kapelle (Capilla Real) und der Kathedrale auf unserem Besuchsprogramm. Unser spanischer Reiseleiter Pedro übernimmt wieder sachkundig die Führung.

Hauptkapelle der Kathedrale
Hauptkapelle der Kathedrale
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Nach der Eroberung 1492 wurde Granada zum Erzbistum ernannt und die spanische Königin Isabella I. drängte auf den Bau einer riesigen Kathedrale. Die wurde aber erst nach ihrem Tod von Ferdinand II. in Auftrag gegeben. Zuerst errichtete man die Grabkapelle Capilla Real, danach erst die Kathedrale. In der Königskapelle liegen die sterblichen Überreste der Katholischen Könige und Isabel von Kastilien sowie die ihrer Tochter Johanna von Kastilien (Johanna die Wahnsinnige) und ihres Ehemannes Phillips des Schönen. In der Sakristei sind die Insignien der Katholischen Könige ausgestellt. In der Krypta befinden sich die Königlichen Särge.

Der offizielle Teil ist hiermit beendet. Es bleibt genügend Zeit, nun die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Für uns recht beeindruckend ist der Alcaiceria, einst ein maurischer Basar und Zentrum des Seidenhandels. Wenn man durch die engen Gassen schlendert, kommt man sich wie in einem orientalischen Souk vor.

Granada eignet sich hervorragend, passende Souvenirs für die Daheimgebliebenen zu kaufen, besonders für unsere kleine Enkeltochter.

Gerade noch rechtzeitig vor 18.00 Uhr erreichen wir unser Hotel. Ein schweres Gewitternach oben ist aufgezogen, es blitzt und donnert und schüttet wie aus Kübeln. Im Handumdrehen sind die Straßen leer gefegt! Da haben wir ja noch einmal Glück gehabt, dass wir nicht in die Gewitterfront geraten sind. So können wir noch etwas relaxen und uns dann gegen 20.00 Uhr zum gemeinsamen Abendessen begeben, womit ein sehr erlebnisreicher Tag zu Ende geht.