Von Baeza über Úbeda nach Granada

Mi, 01.10.2014

Heute Morgen geht es etwas früher los, denn wir haben ein volles Programm.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Löwenbrunnen an der Plaza del Populo in Baeza
Löwenbrunnen an der Plaza del Populo in Baeza
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Baeza und Ùbeda sind Hochburgen der Renaissance in Andalusien. Zur Zeit der Westgoten war Baeza Bischofssitz, danach wurde sie eine maurische Stadt, die wiederum 1227 von den Christen zurückerobert wurde. Ihre eigentliche Blüte erlebte die Stadt im 16. Jahrhundert. Zu dieser Zeit wurden eine Universität und viele prächtige Renaissancebauten errichtet. Wir beginnen unseren Rundgang an der Plaza del Populo, in deren Mitte ein Brunnen mit vier steinernen Löwen -  Fuente des los Leones - plätschert. Die Löwen sollen aus der nahe gelegenen Römerstätte Castulo stammen. Die Frauenfigur soll angeblich Imilce sein, die Frau Hannibals.

Casa del Populo in Baeza
Casa del Populo in Baeza
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Die Stirnseite des Platzes nimmt die Casa del Populo ein. Das zweigeschossige Gebäude ist im unteren Bereich einfach und schmucklos gehalten, im oberen Bereich jedoch mit vielen Ornamenten versehen. Im unteren Bereich hatten die Kanzleischreiber ihre Amtsstuben, oben tagte das Gericht.

Stadttore in Baeza
Stadttor Puerta de Jaén und Tor Arco de Villalar in Baeza
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Rechts davon sind zwei Tore zu sehen, das Stadttor Puerta de Jaén und das Tor Arco de Villalar. Es soll an den Sieg Karls V. in der Schlacht von Villalar gegen die aufständischen Städte erinnern.

Palacio de Jabalquinto in Baeza
Palacio de Jabalquinto in Baeza
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Neben weiteren prachtvollen Denkmälern und Gebäuden - unter anderem die alte Universität - sehen wir bei unserem Rundgang die kunstvoll gearbeitete Fassade des Palacio de Jabalquinto.

Keramikteller aus Ubeda
Keramik von Tito aus Ubeda
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In Úbeda, ebenfalls ein Städtchen mit stattlichen Palästen und einer prachtvollen Kirche, interessiert uns vor allem der Keramik-Laden von Alfar Pablo Tito. Der Künstler hat sich auf die in Handarbeit hergestellte für Úbeda typische glasierte grüne Keramik spezialisiert und 2006 und 2012 den National Handicraft Award erhalten. Der Laden quillt über von Töpfen, Schalen, Tellern verschiedenster Größen, so dass uns die Auswahl sehr schwer gefallen ist. Wir entscheiden uns für den auf dem Foto abgebildeten Keramikteller.

Nach einer Mittagspause in einem Raststätten-Restaurant kommen wir am späten Nachmittag in Granada an.

Granada, das man auch die maurische Perle Andalusiens nennt, wird wohl auf keiner Reise durch Südspanien ausgelassen. Es liegt am Zusammenfluss von Darro und Genil in einer Höhe von ca. 700 m am Fuße der Sierra Nevada, dem höchsten Bergmassiv Spaniens (der höchste Berg ist mit 3478 m der Mulhacén). Da das Mittelmeer auch nicht sehr weit ist, ergeben sich extreme klimatische Bedingungen: Die Winter sind kalt und die Sommer können sehr heiß werden.

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Unter dem Namen Iliberra war Granada bereits 500 v. Chr. von Phöniziern und Iberern bewohnt. Während der Herrschaft des Römischen Reiches spielte Granada keine wichtige Rolle. Als sich das Römische Reich im 5. Jahrhundert aufzulösen begann, wurde die Stadt von den Westgoten eingenommen. Diese Periode dauerte 200 Jahre. 711 fiel die Stadt dann an die Mauren. Die arabischen Könige regierten in Granada über mehrere Jahrhunderte. Die glorreichste Epoche des arabischen Granada begann um 1236, als Granada unter der Dynastie der Nasriden zur Hauptstadt des mohammedanischen Spaniens wurde. Das Nasridenreich wurde zum letzten arabischen Staat auf europäischem Boden. Die arabische Regierungszeit brachte einen wissenschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Wohlstand mit sich. Die Mauren verbesserten entscheidend die Art der Landwirtschaft und der Bewässerung. Sie haben ebenfalls die Orangen, Zitronen, Mandeln, Reis, Zuckerrohr und das Papier in Spanien eingeführt. Die religiöse Toleranz, die von den Mauren ausging, ließ Muslime, Juden und Christen in perfekter Harmonie zusammenleben. Der Palast “Alhambra” entstand im 15. Jahrhundert.

Die Mauren konnten Granada bis zum 2. Januar 1492 einbehalten. Der letzte Emir Muhammad XII. übergab Granada an Ferdinand II von Aragonien und Isabella von Kastilien - Los Reyes Católicos ("die Katholischen Könige") -, womit das letzte maurische Königreich in Spanien ein Ende fand.

Haus im Stadtteil Albaicin in Granada
Haus im Stadtteil Albaicin in Granada
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Wir beginnen unsere Stadtbesichtigung mit dem Albaicín. Das Stadtviertel Albaicín liegt auf einem der drei Bergrücken, auf denen die Stadt Granada gebaut wurde.Wegen seiner vielen kleinen pittoresken Gassen und den überwiegend weiß getünchten Häusern zählt der Albaicín zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Man kommt sich vor, wie in einer arabischen Medina. Vom zentralen „Aussichtspunkt“ bei der San Nicolas Kirche haben wir einen fantastischen Blick auf die Alhambra.

Blick auf die Alhambra und die Sierra Nevada
Blick auf die Alhambra und die Sierra Nevada
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Während der arabischen Zeit zählte der Albaicín zu den bevölkerungsreichsten und geschäftigsten Teilen der Stadt. Allein 26 Moscheen sowie zahlreiche Zisternen und öffentliche Brunnen waren hier. Nach der Kapitulation 1492 sollten die Sprache und die Bräuche der Besiegten geachtet werden. Aber es dauerte nicht lange, bis die Einwohner zur Bekehrung zum Christentum gezwungen wurden und damit zu Morisken, zu zwangskonvertierten Mauren, gemacht wurden. 1611 wurden sie endgültig aus Spanien vertrieben. Seit 1994 gehört der Albaicín zum Weltkulturerbe der UNESCO.

In jüngster Zeit ist der Albaicín wieder als Wohnviertel gefragt. Viele Häuser werden zur Zeit renoviert. Abgesehen von den wohlhabenden Besitzern der Carmenes, den großzügigen Anwesen mit wunderbaren Gartenanlagen, soll der Albaicín aber kein Viertel der ausschließlich Reichen werden.

Wir halten uns noch sehr lange auf dem Mirador de San Cristóbal auf, bevor wir im weiteren Verlauf gemütlich durch das alte Stadtviertel Albaicin bummeln und auch die Auslagen der zahlreichen kleinen Geschäfte studieren. Gegen 19.00 Uhr kommen wir am Hotel an.

Unser Hotel in Granada:

M.A.Alhamar, Calle Almahar, 46, 18004 Granada