Auf der Ruta del Califato nach Baeza

Di, 30.09.2014

Nach dem etwas enttäuschenden Abendessen gestern Abend ist das Frühstück heute Morgen wieder vollkommen ok. Start unserer Weiterreise ist 9.00 Uhr. Die Koffer müssen allerdings schon um 8.00 Uhr vor der Zimmertür stehen, da sei zum Bus gebracht werden.

Auf der heutigen Fahrt von Cordoba Richtung Baena, Priego de Cordoba nach Baeza sehen wir riesige Olivenplantagen, das flüssige Gold der Provinz Jaén, der führenden Olivenanbauregion der Welt! Über 38 Millionen Olivenbäume gedeihen hier. Das entspricht einer Ernte von 560 Millionen Tonnen pro Jahr.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Olivenplantagen
Olivenplantagen, aus dem Bus fotografiert
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Olivenbäume werden als kleine Sträucher in die Erde gesetzt. Ein Baum braucht ungefähr 8 - 10 Jahre, ehe der die erste Ernte abgibt. Er trägt dann ungefähr 30 - 100 kg. Olivenbäume können über 1000 Jahre alt werden, das Durchschnittsalter liegt bei 300 Jahren! Im Alter zwischen 20 und 100 Jahren trägt der Baum am besten. Er wird regelmäßig geschnitten, damit er nicht zu sehr in die Höhe, sondern in die Breite wächst. Je dicker der Stamm, desto älter der Baum und je älter der Baum. desto höher die Qualität der Oliven. Der Olivenbaum ist sehr genügsam, was die Qualität des Bodens und die Wasserversorgung angeht. Kälte kann er allerdings nicht so gut vertragen. Schon bei -3° C verderben die Früchte. Die Ernte beginnt im November und sollte bis März beendet sein. Von Mai bis Juni kommen die neuen Blüten.

Oliven
Oliven vor der Ernte
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Geerntet wird bis auf den heutigen Tag noch immer von Hand. Man braucht ungefähr 10 Minuten, um einen Baum abzuernten. Der Baum wird allerdings nicht kräftig geschüttelt, sondern nur leicht bewegt. Die Oliven fallen in ein aufgespanntes Netz. Man kann zwar auch die Ernte maschinell betreiben, eine Kolonne von Arbeitern muss trotzdem hinterherlaufen, um Ast für Ast nochmals abzustreifen. Da die Region strukturschwach ist, ist es die einzige Verdienstmöglichkeit für ca. 170.000 Tagelöhner. Die Oliven werden im besten Fall noch am gleichen Tag zur Weiterverarbeitung in die Ölmühle transportiert. Würde das nicht geschehen, könnten sie allzu schnell verderben.

Olivenplantagen
Olivenplantagen
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Die Olive ist eine mediterrane Steinfrucht. Sie ist wegen ihrer Bitterkeit roh nicht genießbar, aber nach mehrmaligem Einlegen in Wasser, bei dem die Bitterstoffe ausgeschwemmt werden, essbar. Man kann sie also nicht direkt vom Baum essen. Die Farbe der Olive - ob grün oder schwarz - sagt etwas über ihren Reifezustand. Echte schwarze Oliven sind voll ausgereifte grüne (olivgrüne) Oliven.

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90 % der Oliven werden zu Olivenöl gepresst. In Öl eingelegte Oliven sind ohne weitere Konservierungsstoffe relativ lange haltbar und werden auch nicht von Schädlingen befallen, was zumindest zum Teil ihre große Bedeutung für die mediterrane Küche erklärt. Für einen Liter Olivenöl benötigt man etwa 5- 10 kg Oliven.

Baena ist das Zentrum der Olivenöl Produktion in der Provinz Córdoba. Hier besuchen wir eine alte Olivenmühle.

Priego de Cordoba
In Priego de Cordoba
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Nächster Stopp ist die rund 100 km von Cordoba gelegene kleine Stadt Priego de Cordoba. Die Stadt Priego de Cordoba wird wegen ihrer vielen Brunnen Ciudad del agua, Stadt des Wassers, und wegen ihrer vielen barocken Gebäude Joya del Barroco Cordobés, Juwel des cordobesischen Barock genannt. Das Stadtviertel Barrio de la Villa bestand schon in der maurischen Zeit. 1972 wurde es  unter Denkmalschutz gestellt. Die Architektur der weißen, zwei bis dreistöckigen Häuser und die langen, engen Gassen sind vergleichbar mit der anderer Stadtviertel in Andalusien, beispielsweise der Judería in Córdoba. Bewundernswert in Priego ist der überbordende Blumenschmuck, der von fast allen Balkonen und Gitterfenstern herausquillt. Wir lassen uns genügend Zeit für eine ausführliche Stadtbesichtigung! Das Städtchen ist einen Besuch wert!!

Unser heutiges Ziel ist Baeza. Zusammen mit dem nur 9 km entfernten Úbeda war Baeza die erste Region, die Ferdinand III. im Zuge der Reconquista einnahm. Beide Orte wurden zu Ausgangspunkten für die weiteren Vorstöße der Christen. 2003 wurden beide Städte zum Weltkulturerbe der UNESCO erhoben.

Unser Hotel in Baeza:

TRH Cuidad de Baeza, c/Concepcíon 3, 23440 Baeza