Fahrt nach Cordoba, Hauptstadt des Kalifats

Mo, 29.09.2014

Heute starten wir um 9.00 Uhr. Pünktlich wie immer steht der Bus zur Abfahrt bereit und alle Teilnehmer sind ebenso pünktlich, wie erfreulich!

Nach einer gemütlichen Fahrt durch das Tal des Guadalquivir, vorbei an Olivenhainen und Baumlwollfeldern, erreichen wir gegen Mittag Córdoba, einstige Hauptstadt des Kalifats. Natürlich macht uns Isabel, unsere Reiseleiterin, auf der Fahrt nach Córdoba wieder recht anschaulich und ausführlich mit der Geschichte Córdobas bekannt, so dass wir bestens für die Stadtführung am Nachmittag vorbereitet sind. Ein großes Lob an dieser Stelle für Isabel!

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Mezquita, Cordoba
Mezquita, Cordoba
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Hier eine kurze Zusammenfassung: Bereits 169 v. Chr. begann der glanzvolle Aufstieg der von den Karthagern gegründeten Stadt. Claudio Marcelo machte sie zur römischen Kolonie. In der Kaiserzeit war Córdoba zeitweise Hauptstadt der Provinz Baetica, die in etwa dem heutigen Andalusien entspricht. Geistesgrößen wie Seneca oder der Dichter Lucanus wurden hier geboren. Die römische Brücke über den Guadalquivir zeugt von der Römerzeit. Die eigentliche Blütezeit bahnte sich allerdings erst mit dem Sieg der Mauren über die Westgoten an. 716 n. Chr. wurde Córdoba zum Regierungssitz von Al Andalus unter der Herrschaft der Muselmanen, 756 n. Chr. zur Hauptstadt des Emirates Córdoba sowie im 10. Jahrhundert zum unabhängigen Kalifat des Westens, Al Andalus. Die Stadt zählte zu jener Zeit fast 1 Million Einwohner und nur Konstantinopel und Bagdad konnten sich mit ihr messen. Die Mezquita, die Moschee-Kathedrale, ist die kostbarste Hinterlassenschaft der Omaijaden. Sie waren recht tolerant gegenüber Andersgläubigen. Christen und Juden konnten ihren Besitz behalten und ihre Religion frei ausüben, sofern sie sich der arabischen Herrschaft unterordneten. Córdoba wurde zu einem Pilgerzentrum der islamischen Welt!

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All das endete 1236: Ferdinand III. eroberte Córdoba für die Christen zurück! Es folgten bis 1244 das Guadalquivir-Tal, von 1244 bis 1246 die strategisch wichtigen Stützpunkte Arjona, Priego de Córdoba und Jaén und 1248 das Reich von Sevilla mit allen bedeutenderen Städten der andalusischen Küste.

Innenhof in Cordoba
Innenhof in Cordoba
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Zurück zum Tagesablauf: Da wir gegen Mittag bereits in Cordoba sind, können wir unsere Hotelzimmer noch nicht beziehen, wohl aber im Foyer die Koffer deponieren. Wir gehen gemeinsam bis zur Moschee-Kathedrale. Dann ist Zeit für eine individuelle Mittagspause. Danach treffen wir uns wieder alle an der Moschee-Kathedrale und beginnen mit Maria, der örtlichen Reiseleiterin, einen Rundgang durch das Judenviertel mit anschließendem Besuch der Moschee-Kathedrale.

Die Judería, das Judenviertel von Cordoba, war schon zur Zeit der Römer besiedelt. Es ist ein Labyrinth aus gepflasterten Gassen, kleinen Geschäften, traditionellen Restaurants, Tapas-Bars und vielen versteckten, wunderbar geschmückten Innenhöfen. Es macht richtig Spaß, hier ein paar Stunden zu verbringen. Besonders gefallen hat uns die Blumengasse, Calleja de las Flores. Es ist eine Sackgasse, die auf einem Platz endet, von dem aus man einen großartigen Blick auf den Turm der Kathedrale hat. Es ist eine typische andalusische Straße mit weiß getünchten Häusern und blumengeschmückten Balkonen.

Mihrab, Mezquita Cordoba
Mihrab, Mezquita Cordoba
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Das herausragende Baudenkmal aus der moslemischen Epoche ist die große Moschee, die Mezquita Mayor. Die Mezquita, die ehemalige Hauptmoschee des westlichen Islams, ist eine der grössten Moscheen der Erde. Begonnen wurde der Bau im Jahre 785 von Abd-al-Rahman. Es entstand eine prächtige, fast quadratische Hofmoschee mit elf Schiffen, die im Laufe der Omaijidenherrschaft noch erweitert wurde. Gründe für die Erweiterungen waren einerseits die stets wachsende Bevölkerung, andererseits aber auch ein gewisses Repräsentationsbedürfnis der Omaijaden. Denn als Kalifen des Westens standen sie in Konkurrenz zum östlichen Kalifat von Bagdad. Beindruckend beim Betreten der Moschee ist zunächst der Säulenwald, der aus über 800 Säulen mit wunderschönen Hufeisenbögen besteht. Für die gläubigen Muslime steht dieses immer wiederkehrende Motiv für die Unendlichkeit und Allgegenwart Allahs. Die Bögen setzen sich zusammen aus roten Ziegel- und weißen Kalksteinen. Der Ort der größten Prachtentfaltung ist der Mihrab, die nach Mekka gerichtete Gebetsnische mit dem Hufeisentor. Tageslicht drang damals durch die heute zugemauerten Pforten und tausende brennender Öllämpchen erhellten den Raum.

Orgel der Catedral de Cordoba
Orgel in der Catedral de Cordoba
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Karl V. ließ nun mitten in die omaijadische Moschee die Catédral de Córdoba hineinbauen. Deshalb sprechen die Cordobesen von der Moschee-Kathedrale. Eigentlich passt die Kathedrale so gar nicht hinein, aber vielleicht macht das gerade den Reiz aus. Ihretwegen mussten 63 Säulen entfernt werden. Es ist schon ein eigenartiger Kontrast, eine christliche Kirche in einer islamischen Moschee wiederzufinden. Die Krone ließ sogar Familienkapellen einbauen, um die Adligen für ihre Hilfe bei den Kriegszügen zu belohnen.

Nach dem gemeinsamen Moschee-Besuch ist ausreichend Gelegenheit, den verbleibenden Nachmittag individuell zu gestalten. Wir sehen uns die Moschee-Kathedrale nochmals alleine an und nach obenbummeln dann durch die bezaubernde Altstadt, studieren die Auslagen der zahlreichen kleinen Geschäfte und sind gegen 19.00 Uhr im Hotel. Das Abendessen ist für 20.30 Uhr angesetzt und wird serviert: Fisch, der nach nichts schmeckt, Gott sei Dank die einzige Ausnahme auf der Reise!

Unser Hotel in Córdoba: Hotel Macía Alfaros, Alforos 18, 14001 Cordoba