Fahrt in die Sierra de Aracena - Besuch Los Reales Alcázares


So, 28.09.2014

Heute fahren wir von Sevilla in eine bewaldete Berglandschaft, die Sierra Aracena.

Die Sierra de Aracena, ein sanft abgerundetes Bergland, liegt im westlichen Teil der Sierra Morena und im Norden der Provinz Huelva nahe der portugiesischen Grenze. Der Castaño ist mit 962 m die höchste Erhebung. In den Tälern sind viele kleine Dörfer, in denen man den Eindruck hat, dass die Zeit stehen geblieben ist. In den letzten Jahren ist die Sierra Morena als Wandergebiet entdeckt worden.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Blick auf Aracena und Umgebung
Blick auf Aracena und Umgebung
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Die kargen Böden eignen sich kaum für die Landwirtschaft, so dass hier ausgedehnte Wälder erhalten sind.  Kastanienhaine sowie Kork- und Steineichenwälder bestimmen das Landschaftsbild. Steinadler und Wildkatze sind hier beheimatet. In den Eichenwäldern leben die sogenannten schwarzen iberischen Schweine (cerdos negros), die freilaufend gehalten werden. Sie haben eine dunkle Hautfarbe, ihre Behaarung ist schwach und spärlich. Das Grundnahrungsmittel des iberischen Schweines ist die Eichel (Früchte der Kork- und Steineichen), ergänzt durch Kräuter der Natur, wildwachsende Hülsenfrüchte und frische Gräser. Der jeweilige Verzehr hängt vom Gewicht des Tieres ab, obwohl man grob zwischen 6 und 10 kg pro Tier und Tag rechnet, abgesehen von den 3 kg Kräutern täglich.  Diese Rasse hat das genetische Merkmal, Fett intramuskulär zwischen den Fettgeweben einzulagern und genau dies ist das Geheimnis des unverkennbaren Geschmackes des iberischen Schinkens!

Die luftgetrockneten Schinken und Würste („Jamón de pata negra“ - was so viel wie "Schwarzklauenschinken" bedeutet) sind die Haupterzeugnisse dieser Region - die Schinken aus Jabugo sind jedem Spanier ein Begriff, ebenso der leckere Ziegenkäse, der in dieser Region hergestellt wird. Die Qualität des Schinkens hängt vor allem mit der Menge der Eicheln zusammen, mit denen die Tiere gefüttert wurden. Diese "Diät" verleiht später dem Schinken das köstliche Aroma.

Iberischer Schinken
Iberischer Schinken
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Auffallend bei der Fahrt durch diese Gegend sind die vielen Zäune, hinter denen sich Stierfarmen befinden. Hier werden die Stiere (toros bravos) gezüchtet, die für die Corridas verkauft werden. Haupteigenschaft dieser Stiere ist vor allem ihre Angriffsfreudigkeit und Aggressivität.

Unser Ziel ist die Gruta de las Maravillas im kleinen Kurort Aracena. In der 1200 m langen Tropfsteinhöhle, in der absolutes Fotoverbot herrscht, finden sich beeindruckende Gesteinsformationen, die sich in unterirdischen Seen spiegeln. Sehenswürdigkeiten sind der Muschel-Saal, der Große Saal und die Kathedrale. In der Kathedrale ist auch die älteste Säule der Höhle, die auf 500.000 Jahre geschätzt wird. Stalaktiten wachsen von der Decke, Stalagmiten vom Boden. Wo diese zusammen treffen, bildet sich eine Säule. Das Wachstum ist sehr langsam: zwischen einem mm und vier cm in hundert Jahren. Es dauert somit ca. 2000 Jahre, bis sich eine Säule bildet!nach oben

Nach dem Besuch der Tropfsteinhöhle können wir in einem Straßenrestaurant den echten iberischen Schinken probieren!! Er wird mit Olivenöl getränktem Brot gereicht und ist in der Tat ein wahrer Genuss! Natürlich probieren wir auch den würzigen Ziegenkäse!

Eingang Alcazar
Eingang Alcázar
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Nach der Mittagspause geht es wieder zurück nach Sevilla. Der restliche Nachmittag steht zur freien Verfügung. Wir nutzen die Zeit für den Besuch des Alcázar, des Königspalastes von Sevilla. Erfreulicherweise zahlen Pensionäre statt der 9,50€ nur 2€/Person für den Eintritt bei Vorlage des Reisepasses. Am Eingang kann man ein Audio-Set in deutscher Sprache mieten, was bei der Besichtigung der Palastanlage sehr hilfreich ist.

Die Anlage hat eine lange, bis in die maurische Zeit zurückgehende Geschichte. Der Palast wird heute vom Königshaus genutzt, wenn sich Mitglieder der königlichen Familie in Sevilla aufhalten. Die Ernennung zum Weltkulturerbe durch die UNESCO im Jahre 1987 ist eine Anerkennung an das Weiterleben von Kulturen und Zivilisationen in einem harmonischen Ganzen. Der komplette Name ist Reales Alcázar de Sevilla, was so viel wie "Königlicher Alcázar von Sevilla" bedeutet. Und Alcázar ist ein Schloss oder eine Festung.

Innenhof Alcazar
Innenhof im Alcázar
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Der Alcázar von Sevilla wurde, wie schon erwähnt, ursprünglich von den Mauren errichtete. Auf seinen Ruinen wurde 1364 im Zuge der christlichen Rückeroberung, der Reconquista, ein christlicher Palast für Peter I. gebaut. Dieser soll hier mit seiner Geliebten Maria de Padilla eingezogen sein. Schon zu dieser Zeit zeigte der Alcázar eine Mischung von islamischen und christlichen Baustilen. Karl V., der wesentlich zur Erweiterung der Anlage beigetragen hat, heiratete 1526 Isabella von Portugal im prachtvollsten Raum des Palastes. Die Gärten des Alcázars gehen ebenfalls auf die Gartengestaltung zur Zeit Karls V. zurück.nach oben

Nach der Besichtigung des Alcázars bleibt genügend Zeit für einen Cappuccino bzw. ein Glas Rotwein. Danach werden wir mit dem Bus wieder zurück ins Hotel gebracht. Wer möchte, kann natürlich auch in der Stadt bleiben. Das Abendessen (Buffet) kann zwischen 19.00 Uhr und 22.00 Uhr eingenommen werden.